Die meisten Menschen leiden unter
ihren Krankheiten. Sie leiden unter ihren Schmerzen, unter Schwäche,
Übergewichtige leiden unter dem Rasen des Blutes bei der kleinsten
Anstrengung, sie leiden unter den weichen Knien und den Seitenstichen, wenn sie
den vom Arzt verordneten Sport machen, außerdem leiden sie unter dem
unerfreulichen Anblick, den sie bieten, genauso wie Männer mit Glatze und
alte Menschen mit faltiger Haut unter ihrem Anblick leiden.
Warum eine Kombination aus Ernährung und
Sport so wirkungslos ist
Die meisten Programme zur
Verbesserung gehen als Hauptsache von einer Ernährungsumstellung aus. Dazu
gibt es noch Entgiftungstaktiken wie Sport oder Fasten, die aber vor allem die
Harnwege und den Darm belasten. Vernachlässigt wird dabei aber, daß
es sehr schwierig ist, die bestehenden Mengen an Säure herauszubringen.
Bei einem 50jährigen ist es heutzutage etwa die Hälfte der
Körpermasse, also bei einem 90 Kilogramm schweren Mann sind es 45
Kilogramm. Das sind 45 Kilogramm an Schmutz, die man aber nicht einfach
weghungern oder wegtrainieren kann. Ein durchschnittlicher 50jähriger
besteht zur Hälfte seiner Substanz aus Schmutz, die dann auch in den
Knochen ist: dann brechen die Knochen leichter, die dann auch in den Sehnen
ist: dann ist er nicht mehr so gelenkig, in den Muskeln: damit ist er nicht
mehr so kräftig, in den Gelenken: dann schmerzen die Gelenke. Der
Körper wird in diesem Alter schwach, weil ihm Basen fehlen, diese werden
ersetzt durch die kalisauren Salze, weil Kalium das häufigste Basenmineral
in konventionell erzeugten Lebensmitteln ist, und durch Harnsäure, weil
auch moderater Fleischverzehr sehr viel Harnsäure in den Körper
bringt. Wenn die Knochensubstanz viele dieser sauren Salze oder freier
Säuren enthält, brechen die Knochen leichter. Deswegen ist es nicht
einfach nur Masse, die der Körper verlieren muß, er muß sie
aktiv aus Depots lösen und Löcher in der Substanz mit Basen
füllen. Die Säuren zu lösen, neutralisieren, zu verdünnen
und auszuscheiden würde vermutlich Jahrhunderte dauern, wenn man es mit
der richtigen basischen Ernährung allein machen würde, zumindest aber
genauso lange, wie man bisher übersäuernd gelebt hat - im Beispiel
also 50 Jahre. Außerdem ist für den Ausscheidungsweg die dreifache
Menge an reinen, reaktionsfähigen Basen erforderlich, die nach der
Verdauung aus basenüberschüssigen Lebensmittel übrigbleiben. Da
für die Herstellung einer gesunden Körpersubstanz außerdem noch
die erwähnten überschüssigen Basen nach der Verdauung übrig
sein müssen, wird angenommen, daß für die Entgiftung
durchschnittlich 20 Milligramm Basen aus einem Kilo
basenüberschüssiger Nahrung (also Bio-Obst und Bio-Gemüse)
bereitstehen. Die Essensmenge wäre gewaltig und führt zum genannten
Ergebnis, daß es Jahrhunderte dauern müsste, um vollständig die
Ernährungsfehler zu korrigieren. Um auf normalem Weg eine derartige
Säuremenge auszuscheiden, müsste der Mensch etwa 7000 Tonnen
basenüberschüssige Nahrungsmittel zu sich nehmen. Bei einer
Nahrungsmenge von 3,5 kg am Tag würde das ganze zwei Millionen Tage dauern
- 5479 Jahre. Geht man davon aus, daß der Körper auch freie
Säuren ausscheidet, wenn man zum Beispiel drei bis fünf Liter reines
Wasser am Tag trinkt oder durch akute Ausscheidungen wie Erkältungen, dann
wird die Zeit sehr verkürzt, da der Körper sich einer
größeren Menge Säure auf einen Schlag entledigen kann.
Beispiel: 50 Jahre alte Person, Säureanteil die Hälfte Gewicht
90 kg: 45 kg angesammelte Säuren
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45 kg angesammelte Säure -
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- 135 kg (45 kg x 3) nötige
Basen für das Ausscheiden über Harnwege und Stuhlgang |
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- 7000 Tonnen reinste
Lebensmittel notwendig - theoretisch 5479 Jahre nötig zum Ausscheiden
durch die basische Ernährung |
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- praktisch durch viel
Trinken und Bewegung schneller möglich, "nur" 50 bis 100 Jahre |
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Die Reinigungszeit durch eine
konsequent basische Ernährung wäre dann aber immer noch mindestens 50
Jahre.
Die lange Zeit, bis man Erfolge sieht, ist der Grund, warum
Diäten nicht eingehalten werden. Außerdem sind die meisten
Diäten alles andere als basenüberschüssig, d. h., sie
verschlechtern die Säurebilanz noch. Im Ergebnis sind die Leute hilflos,
sie nehmen ihre Krankheiten und ihr Übergewicht als gottgegeben, als
Schicksal oder als Vererbung und kehren wieder zu ihrer normalen Ernährung
zurück.
Bei allen Diäten fehlt ein wichtiger Bestandteil:
der beste, schnellste und angenehmste Weg, Säuren und Schlacken direkt
loszuwerden. Wenn man diesen Bestandteil integriert, merkt man sofort Erfolge,
vom ersten Tag an, man hat weniger mit Umstellungssymptomen zu kämpfen und
kann den Körper eines 50jährigen in etwa fünf Jahren rein wie
den eines 20jährigen machen. Auch das Lebensgefühl wird wieder so
frisch, spontan und energiegeladen, wie man es in der Jugend kannte. Dieser
wichtige Bestandteil ist der Start zum Jüngerwerden. Es ist die basische
Körperpflege.
Geschichte der Körperpflege
Jahrtausendelang war Körperpflege
basisch. (Jentschura 2000, Huber-Buschbeck 2001, Leinberger 2005). Man nahm zum
Waschen des Körpers, der Kleidung, zum Eincremen basische Produkte.
Bekannt aus dem allgemeinen Geschichtswissen ist das Salben mit wertvollen
Ölen. Je reiner ein Öl, umso basischer ist es. Aber auch für die
Wohnumgebung, zum Putzen und zum Säubern des Essgeschirrs verwendete man
basische Produkte. Von all dieser Vielfalt hat sich bei den allgemein
erhältlichen Produkten heute nur noch der basische pH-Wert von Zahncreme
gehalten, die aber so viele toxische Stoffe enthält, daß auch sie
nicht mehr basisch wirkt.
Die langen Bäder
Außer den für uns
heutzutage gut nachvollziehbaren Zwecken zum Waschen, Eincremen und Putzen gab
es aber die Badekultur. Sie war der Weg und Schlüssel zur Gesundheit und
zu Wohlbefinden. In allen Kulturen der Welt finden sich Hinweise auf
stundenlange basische Bäder, die als die wirkungsvollste medizinische
Anwendung überhaupt beschrieben werden (Kaiser 2005, Leinberger 2005,
Jentschura 2000). Nur noch in manchen Gegenden in so weit voneinander
entfernten Ländern wie Mexiko und Japan konnte die Badetradition bis heute
aufrechterhalten werden (Hörnicke 1957, Leinberger 2005). Allein die
Tatsache, daß dies eine Weltkultur impliziert, die vor 10000 Jahren
geherrscht haben muß, ist bereits erstaunlich. Noch erstaunlicher sind
aber die Wirkungen des Bades, wo sie noch beschrieben werden, und die
Fähigkeiten, die eine so starke Gesundheit mit sich bringt, wie sie heute
keiner mehr kennt.
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"Mit Wasser aus einem reinen
Becken habe ich mich gebadet, mit Soda lange mich gereinigt, mit gutem
Öl mich schön gemacht." (Tontafel der "Sumerischen
Beschwörungen", 3. Jahrtausend v. Chr.) |
Unsere direkten Vorfahren sollen
Bärenkräfte gehabt haben, sie sollen kälteunempfindlich gewesen
sein (Plutarch, zit. nach Wandmaker 1992) und sie sollen sehr viel älter
geworden sein als die Menschen heute. Von Zeus' Gattin Hera wird berichtet,
daß sie regelmäßig in ein bestimmtes Bad auf der Halbinsel
Argos gereist sei und jedes Mal wieder jung zurückgekehrt sei
(Günther, 2005).
Das Mittel zur Verjüngung war der
sagenhafte Jungbrunnen. Es waren Quellen, in denen das Wasser basisch war
und sehr lange gebadet wurde. In Ägypten gab es einen Reihe basischer Seen
im Wadi Al Natrum, der Pate stand für den bekannten Namen Natron, mit dem
die Carbonatverbindung des Natriums (Natriumhydrogencarbonat) bezeichnet wird.
Man reiste zum basischen Wasser, nahm eine mehrtägige oder
mehrwöchige Badekur vor, das Ergebnis war eine Verjüngung. An seinen
Ufern lagerte sich die basischen Verbindungen Natron und Soda (Natriumcarbonat)
als weißes Pulver ab, das die Ägypter Trona nannten und für
basische Bäder zuhause verwendeten. Trona war sehr wertvoll (Kaiser 2005),
was darauf hinweist, daß die Ägypter damals den die Wichtigkeit
eines hohen Wasser-pH-Wertes für das Baden kannten.
Aus
ungeklärter Ursache hörte man auf, im Wadi Al Natrum zu baden.
Vielleicht, weil der Wasserspiegel sank? Etliche Male sind die Salzseen
zumindest im Sommer vollständig ausgetrocknet gewesen. Aber auch das Trona
wurde nicht mehr verwendet. Bereits zu Kleopatras Zeiten, kurz vor Christi
Geburt war die Wirkung von Natron und Soda im Mittelmeerraum nicht mehr
bekannt, in Vergessenheit geraten. Die berühmte Schönheit musste auf
Bäder in Milch und Zucker zurückgreifen, um wenigstens annähernd
noch eine basische Wirkung zu erreichen. Die ersten Christen dagegen wussten um
die Wichtigkeit basischer Bäder. Sie gründeten im nur 30 Kilometer
langen Wadi Al Natrum ganze 50 Klöster (Müller 2005). Dieser Standort
rief heftigste Gegenwehr durch das römische Imperium hervor, das die
Klöster immer wieder zerstören ließ. Aber der Reihe nach. Warum
mussten die Christen für die Wiederentdeckung des allgemeinen Kulturguts
der basischen Bäder plötzlich einen Kampf führen?
Der berühmteste Badearzt: Johannes der
Täufer
Vor 2000 Jahren erlangte ein weiterer
Bader Weltberühmtheit. Johannes der Täufer benutzte basische
Bäder für die Taufe. Durch die körperliche Reinheit der
Bäder klärte sich auch der Geist, und die ersten Christen wurden
offen für die geistigen Botschaften Jesu. Johannes der Täufer
reinigte seine Kunden in mehrwöchigen Kuren so gut, daß sich ein
neues Bewusstsein von selbst einstellte. Dies war eine Bedrohung für das
herrschende System, das in unterschiedlichen Reichen (Judentum,
ägyptisches Reich und römisches Reich) eigentlich ein einziges
Wertesystem transportierte, welches bis heute noch existiert. Die Badekuren
waren im Umkreis des Mittelmeeres damals seit Jahrhunderten in Vergessenheit
geraten, sicherlich mit einiger Nachhilfe, denn überall ließ sich
jemand, der badete, nur schwer bevormunden. Nur die Griechen badeten noch in
basischem Wasser und die für die Römer so starken Gegner in Gallien,
in Mittel- und Osteuropa.
Innerhalb des römischen Reichs begann
Johannes der Täufer erneut mit basischen Bädern und erzielte so gute
Ergebnisse, daß die Herrschenden ihn köpfen ließen. Seine
Patienten waren nicht mehr duldsam und gehorsam. Sie wurden aufmüpfig,
aufständisch und revolutionär. Sie waren auf dem Weg zur Freiheit,
und hätte man sie gewähren lassen, wäre bereits vor zweitausend
Jahren das Imperiumsdenken der Völker um das Mittelmeer verpufft: die
Herrscher hätten keine Beherrschten mehr gehabt. Deshalb war es für
die Machthaber notwendig, daß in ihrem Kulturkreis nicht weitergebadet
wurde, auch nicht in der Bewegung des Christentums, die sich allerdings kaum
mehr aufhalten ließ.
Verfälschte Bilder vom Wesen der
Taufe
In der Geschichtsschreibung wurde
deshalb die eigentliche Taufe zu einer matten Geste verfälscht. Es war
nicht mehr klar, welches Wasser verwendet wurde (nämlich basisches) und es
war nicht mehr klar, wie eine Taufe eigentlich abzulaufen hatte. Irgendwann
wurde die Kirche in den Dienst der Herrschenden gestellt (damals die
Römer), und das wichtige Sakrament der Taufe wurde zu einer Art
Beitrittsritual, ein wenig Benetzen mit normalem (etwa pH-neutralem) Wasser.
Johannes der Täufer wäre wohl kaum zu der überwältigenden
Berühmtheit gelangt und für die damaligen Herrscher am Mittelmeer
gefährlich gewesen, wenn er einfach nur eine Art Geschäftsführer
für eine religiöse Vereinigung gewesen wäre mit einem
zwanzigminütigen Aufnahmeritual. Nein, der Täufer hat durch seine
Taufe überzeugt. Das Ergebnis der Taufe war ein ganz anders denkender,
fühlender und aussehender Mensch als vorher. Die Herrscher, die
römischen Kaiser, haben die Botschaften der Kirche verdreht, als sie
merkten, daß sie gegen die Kirche nicht ankamen. Sie haben in allen
Gemeinden ein oberflächliches Taufritual mit einer Handvoll Wasser
installiert. Nur einige neukirchliche Abspaltungen greifen auf das Wissen
zurück, daß man immerhin mit dem ganzen Körper untertauchen
sollte. Aber auch diese Gruppen haben nicht den gesamten Sinn der Taufe
wiederentdecken können, Badedauer und Wasserqualität kommen bei ihnen
nicht zum Zuge. Badedauer und Wasserqualität, genauer gesagt ein pH-Wert
von über 8,5, waren aber die Variablen, die die Taufe zum wichtigen
Reinigungs- und Heilungsweg machten. Dabei lassen sich in der Bibel durchaus
Hinweise auf die Technik des Johannes finden (Markquart 2005).
Der sagenhafte Jungbrunnen - wie die
Europäer badeten
Während im Mittelmeerraum das
basische Baden gerade zur Zeit von Jesus Christus wiederentdeckt wurde, hatten
die Europäer es damals noch gar nicht vergessen. Das Baden in bestimmten
heiligen Quellen gehörte zur Kultur der Kelten und Germanen und sorgte
für ihre Widerstandfähigkeit. Man badete zehn bis zwölf Stunden
am Tag für drei bis vier Wochen. Oder man blieb zwei bis drei Wochen lang
ständig im Wasser, je nach Indikation und Behandlungsplan des Baders. Man
hatte schwimmende Kissen für den Kopf, die Mahlzeiten nahm man auf
schwimmenden Tabletts ein. Man konnte sich unterhalten und wurde umsorgt vom
Bademeister. Es war eine effektive und noch dazu angenehme und bequeme Art des
Heilens. Die starke Anziehungskraft der Bäder begründete den Mythos
vom Jungbrunnen.
Auch dieses Wissen ist später unter Strafe
gestellt und verfolgt worden. Der Maler und Bildhauer Lucas Cranach der
Ältere versuchte über das Medium der Kunst, dieses alte Wissen zu
bewahren. Cranach der Ältere stand den verfolgten Naturreligionen nahe und
soll unter anderem das symbolhaltige Relief an dem heidnischen Heiligtum der
Externsteine gestaltet haben (Ritters, 1997). Das berühmteste Gemälde
von Lucas Cranach dem Älteren ist aber "Der Jungbrunnen" (1546,
Spätrenaissance). Es stellt eine Quelle dar, die in ein Becken geleitet
wird, in dem viele Menschen baden. (einen Druck des Gemäldes mit
Bildunterschrift hier einfügen) Links steigen alte Menschen in das Becken,
rechts steigen sie jung, schön und gesund wieder aus. In allen
kommentierenden Kunstführern wird der Eindruck erweckt, es hätte sich
um Wunschdenken wie eine Idee gehandelt, und die Verjüngung in diesem
Mythos wäre innerhalb sehr kurzer Zeit vonstatten gegangen. Weder das eine
noch das andere ist richtig. Es gab diese Bäder wirklich, aber die
Verjüngung dauerte einige Wochen oder Monate.
Der Ruf des Baders
Die Bäder waren so wirksam,
daß in Europa nur ein einziges Wort für den Arzt, Mediziner, den
Heiler gebraucht wurde. Dieses Wort war "Bader". Der Bader war derjenige, der
die Zusammensetzung und den Badeplan nach Befinden und Krankheitserscheinungen
der Patienten bestimmte. Er genoß in den heidnischen Kulturen ein sehr
hohes Ansehen und seine Kompetenz war außer Frage. Ein bisschen hat sich
dieser Mythos noch im Ruf und Rang der Kurorte gehalten: Kurorte dürfen
sich bis heute noch mit dem Zusatz "Bad" oder "Spa" schmücken. Aber zu
heidnischer Zeit waren es nur ganz bestimmte Quellen, die einen Ort zum
berühmten Bad machten. Sie enthielten basisches Thermalwasser.
Viele Siedlungen wurden in der Nähe von solchen wertvollen Quellen
errichtet. Dadurch hatte man die Möglichkeit, regelmäßig zu
baden. Noch bis in unsere Tage hielt sich die Gewohnheit, am Sonnabend zu
baden, einfach, um für den Sonntag rein zu sein. Diese Gewohnheit hat ihre
Ursprünge in heidnischer Zeit, in der die Leute die Feiertage ganz rein
begehen wollten. Heutzutage ist ein Feiertag meistens ein Tag, an dem man sich
mit Alkohol und schlechtem Essen vergiftet, und man beginnt am Vorabend.
Früher wollte man bei einem Feiertag in der Lage sein, energetische
Verschiebungen wahrzunehmen, das Feiern spielte sich auf einem feineren
höheren Niveau ab, für uns heute schwer zu beschreiben und
nachzuvollziehen. Das Bad vor dem Feiertag war etwas so Normales wie heute das
Essengehen am Sonnabend. Daneben achtete man auf gewisse
Regelmäßigkeit beim Baden.
Kulturanpassung - Werbefeldzüge für
ungesunde Ernährung
Solange die Europäer badeten,
waren sie für die Römer unbesiegbar. Das römische Imperium
versuchte damals sowohl über Eroberungsfeldzüge als auch über
Kulturanpassung die Kelten, Germanen und Slawen nördlich der Alpen zu
erobern. Was war Kulturanpassung? Sie besetzten einzelne Legionsfestungen im
Gebiet der Heiden, und sie drängten den Einheimischen ihre
Kulturgüter und Ansichten auf, sie transportierten Gebräuche, Sitten,
sprachliche Ausdrücke, Ackerbauarten und Produkte in das Gebiet, sie
promoteten ihren Wein ebenso wie die Amerikaner heute bei uns ihre Cola
promoten. Man kann sich das etwa so vorstellen wie in den Asterix-Comics, es
war ein jahrhundertelanges Nebeneinander, wo es manchmal Streit gab, dann
wieder luden die Römer die Einheimischen zu Festgelagen ein und konnten so
die ungesunden römischen Essensweisen verbreiten. Von da an erlangten die
Bäder eine überaus hohe Wichtigkeit, so wichtig, daß die
römischen Strategen sie später in ihre Strategie mit aufnahmen. Die
Bäder reinigten die Fehler einer moderat ungesunden Essensweise innerhalb
von relativ kurzer Zeit. Weil sie regelmäßig wiederholt wurden,
konnten die Europäer ihre körperliche Überlegenheit dauernd
halten. In den alten Berichten römischer Entdecker an ihre Metropole Rom
findet man häufig Stellen über Eigenschaften der Europäer, die
den Römern damals geradezu unheimlich vorkamen und dem Menschen der
heutigen Zeit wohl eher suspekt. (Literaturbeispiele). Die starken
Körperkräfte werden mehrfach erwähnt, das ist auch die
Grundlage, auf der die Asterix-Geschichten basieren. Die Asterix-Autoren Albert
Uderzo und René Goscinny habe genau recherchiert: die Gallier waren
verglichen mit den gut für den Kampf ausgebildeten Römern
tatsächlich verblüffend stark und die Keltinnen verblüffend
schön (Schubert 2001). Wer sich basisch ernährt und basische
Bäder nimmt, kann die Erfahrung übrigens heute selbst machen,
daß die Körperkräfte nach einigen Jahren steigen. Plutarch
schreibt, daß die Briten sommers wie winters nackte Arme und Beine hatten
und nicht gefroren haben. Cäsar schreibt, daß die Kelten ihre
Schlachten bis auf einen Helm und den Speer nackt geschlagen haben und
gewannen. Auch von besonderer Langlebigkeit wird berichtet.
Die römischen Thermen - ohne Wirkung
Die Römer sahen diese Badekultur
in den Jahrhunderten seit 400 v. Chr. bereits bei den Kelten, gegen die sie
immer wieder die Eroberungskriege verloren. Die Römer waren verroht und
hatten jegliche Kultur vergessen, sogar die Seife. Obwohl Seife im Altertum so
bekannt gewesen war, daß Sumerer und Ägypter ihre besten Rezepte in
Schriftform fassten, lernten die Römer sie erst bei den Kelten kennen
(Plinius d. Ä. zitiert nach Kaiser 2005). Um 91 v. Chr. wurde der
griechische Arzt Asklepiades von Prusa als Sklave nach Rom verschleppt und
führte bei den verhassten Besatzern einen Teil des griechischen Wissens
über Bäder ein, soviel, um für ihn die Freilassung zu
ermöglichen (Griesshaber 2004). Außerdem erzielte er einen
bescheidenen Wohlstand durch den Betrieb eines Lehrinstituts und
begründete so die römische Badetherapie, die "Balneotherapie", die
heute vielfach wieder angewendet wird. Durch diese Balneotherapie wurde Baden
in Rom erst richtig bekannt. Die römischen Kaiser hofften damals, das
Mittel zur Erlangung einer hohen Körperkraft gefunden zu haben.
Es entstanden überall in Rom die heute noch bekannten Thermen, denen
jedoch das Entscheidende fehlte - das basische Wasser. Wasser, dessen pH-Wert
so basisch ist, daß es sich für basische Bäder eignet,
entspringt nicht überall. Der pH-Wert muß über 8 sein, nur dann
kommt es zur Osmose. Die Quellen, die diese Bedingung erfüllten, waren die
heiligen Thermalquellen der europäischen Eingeborenen, bekannt unter der
alten Bezeichnung Irminsul. Nicht alles, was durchsichtig und naß ist,
verdiente diese Bezeichnung. Dennoch waren die Quellen mit diesem besonderen
Wasser relativ zahlreich. Diese Quellen machten die europäischen
Eingeborenen auch dann noch stark, wenn die neuen römischen Nachbarn sie
zu Gastgelagen eingeladen hatten. In den basischen Bädern konnten sie
ihren Kater auskurieren. Stark und unbesiegbar waren sie so 400 Jahre lang. Die
Niederlage kam von innen, durch Verführung mit dem Alkohol, ähnlich
wie bei den Indianern Nordamerikas, nur war es im alten Europa der angeblich so
edle Wein. Im Gefolge der Gelage mit Wein kamen auch die Sitten, Gebräuche
und Ansichten der neuen Nachbar in das Bewusstsein der Einheimischen. Die
Kelten und Germanen lebten vegetarisch. In ihren Küchenabfällen
finden Archäologen keine Tierknochen, sie finden aber jede Menge Reste von
Früchten und Gemüseabfälle, Nuß- und Eichelschalen,
Buchecker-Hülsen. Bei den Gelagen mit den Römern wurde ihnen auch
noch Fleisch vorgesetzt, was sie nicht vertrugen und sie dem
Schwächeniveau der Römer annäherte. Irgendwann ging
zunächst im westlichen Europa die Konsequenz und Regelmäßigkeit
des basischen Badens verloren, so daß im Jahr 51 v. Chr. Cäsar nach
sieben Jahren Krieg Gallien unterwerfen konnte.
Im Namen Christi
Umso heftiger widerstanden die
mitteleuropäischen Kelten und Germanen sowie die osteuropäischen
Slawen und andere heidnische Völker noch weitere 600 Jahre den Angriffen
aus Rom. Hier wurde das Baden mit großer Ernsthaftigkeit beibehalten und
die römischen Heere immer wieder geschlagen. Eine geänderte Strategie
wurde notwendig. Das bereits um 300 n. Chr. in Rom als Staatsreligion
etablierte Christentum wurde eingesetzt, um die Menschen in Mittel- und
Osteuropa offen und nachgiebig zu machen, eine Perversion der
ursprünglichen Botschaft Christi. Während die sogenannte
Völkerwanderung die offizielle Zugehörigkeit halb Europas zum
römischen Imperium beendete, hatte sich das Gedankengut der Eroberer
festgesetzt. Das Imperium schrumpfte zwar für die nächsten 800 Jahre
auf das kleine Oströmische Reich zusammen, das immerhin das halbe
Mittelmeer vom heutigen Griechenland, über die Türkei bis nach
Ägypten einnahm. Aber in diesem Refugium wurden Missionare ausgebildet,
die vor allem die Fürsten und Könige der sich nun nach römischem
Vorbild gründenden kleinen Staaten instruieren sollten. Hatte man den
Fürsten auf seiner Seite, konnte man das staunende Volk leichter bekehren,
und wo freundliche Worte versagten, kamen im Gefolge der Gelage mit Wein und
Fleisch eben die Heidenschlächter, die einzelne Widerspenstige mit Gewalt
bekehrten.
Versiegelt!
Die beiden Waffen Missionierung und
Alkohol sowie die Kulturmerkmale der Römer einer fast tausendjährigen
Werbephase (von 500 v. bis 500 n. Chr.) waren es, die das Zeitalter der
Krankheiten in Europa einläuteten. Das Christentum hatte sich ja von der
Wiederentdeckung des Badens durch Johannes den Täufer distanziert und
behandelte die heidnische Badekultur als ebensogroße Gefahr. Im
angehenden Mittelalter (772 - 802) wurden alle Thermen versiegelt, bzw.
"zugemauert" (Lück 1993, Kinder/Hilgemann 1984). Der Karolingerkaiser Karl
der Große hat diese letzte Schlacht gegen die Heiden geführt, die
als "Sachsenkriege" in die Geschichte eingegangen ist. Der Historiker Lück
schreibt, daß "der Verlust dieser Jungbrunnen [...] vernichtend für
das keltische' Volk" gewesen sei (Lück 1993).
Im
Anschluß an die Versiegelung der Thermen wurden die Adeligen Massentaufen
unterworfen und jede Grafschaft durch je einen weltlichen und geistlichen
Aufseher kontrolliert. Diese sogenannten "Königsboten" (Missi dominici)
mit besonderen Vollmachten kontrollierten den Grafen, die religiösen
Vorkommnisse und die Verwaltung, so daß die tributpflichtigen Stämme
einerseits durch den übergelaufenen Grafen und die Staatsdiener,
andererseits durch zwei direkt dem Kaiser verpflichtete Aufseher kontrolliert
wurden.
Ausgerechnet im Namen Christi, der sich für die
Verbreitung des basischen Badens im Mittelmeerraum eingesetzt hatte,
versiegelte die Kirche die Jungbrunnen der Europäer. Das war eine
Katastrophe für die keltischen und germanischen Völker, die sich bis
dahin immer noch aufmüpfig und unkalkulierbar verhalten hatten. Sie wurden
beherrschbar und kalkulierbar.
Innerliche Heiden
Die Leute versuchten weiter zu baden
und ihr Badewasser mit basischen Pulvern (ähnlich dem "Trona" der alten
Ägypter) basisch zu machen. Im Laufe der Zeit passten sie sich an die
neuen Lebensformen an, und neu war vieles: der verwaltete Staat mit seinen
Ämterstrukturen, die neue Religion und die neue Kirche, die Wichtigkeit
von Schriftstücken gegenüber den gesungenen Epen und die neue
Gelehrtensprache Latein. Man nahm ihnen ihre heiligen Haine und setzte an deren
Stelle leblose Kirchen. Aber immer noch hielten sie die Verbindung zu den
Ursprüngen. Sie hatten Zauberer, Druiden, Hexen, sie gärtnerten nach
dem Mond, sie kannten sich mit Kräutern aus und sie feierten die
Sonnenfeste, am 1. Februar, am 30. April, am 1. August, am 31. Oktober. Die
bekanntesten Feste sind die energetischen Umschwünge: am 24. Juni den
energetischen Umschwung auf kürzere Tage und am 24. Dezember den Umschwung
auf längere Tage. Die Kirche hat zwar die römischen Namen für
die Monate und die Feste eingeführt und ihnen mit Mühe und Not einen
einigermaßen glaubhaften christlichen Sinn angedichtet, aber an der
überlieferten Feierei und den Bräuchen konnte sie nichts ändern.
Das alte Frühlingsfest mit dem Ei als heidnischem Symbol des Neubeginns
konnten sie sogar namentlich nicht angreifen, es wird auch heute immer noch zu
Ehren der heidnischen Göttin Ostara gehalten.
Die Leute fanden
sich in die neue Zeit ein, und es entwickelte sich ein christlich-heidnisches
Mischmasch, die Blüte des Hochmittelalters etwa von 1000 bis 1200, eine
Zeit, in der Kunst und Kultur eine relative Blüte erlangten und
Repressionen nicht mehr ganz so hart waren wie in den ersten Jahrhunderten nach
Christus. Die heidnischen Rituale konnte man im Licht des Tages nur noch
symbolhaft und sehr begrenzt ausführen. Also wichen die Leute in die
Nachtstunden aus. Wenn man tagsüber in die Kirche ging, konnte man sich
nachts immer noch zu rituellen Tänzen im Pilzkreis treffen. Sogar das
Bardentum schien im Minnegesang eine zweite Chance zu erhalten. Man war
innerlich Heide und äußerlich ließ man die Pastoren und
Staatsbeamten in Ruhe.
Badeverbot
Etwa ab 1200 versuchte die Kirche,
ihren Einfluß auszuweiten: Das Zinsverbot, welches zu der
wirtschaftlichen Blüte wesentlich beigetragen hatte, wird aufgehoben (1179
durch Papst Alexander III.). Die Inquisition gegen Leute, die heidnische
Bräuche ausüben, wird erst bischöflich (1215), dann
päpstlich (1231) durch Papst Gregor IX. beschlossen. Es wurde in
Frankreich und Deutschland die Todesstrafe für Gotteslästerung
eingeführt.
Was sich am gravierendsten auf Lebenserwartung,
Gesundheit und Widerstandsgeist auswirkt, ist aber dieses: Baden wird am Ende
des Hochmittelalters von der Kirche generell verboten, egal in welchem Wasser.
Das sollte verhindern, daß die Leute sich ihr Badewasser selbst mit
basischen Badezusätzen bereiteten. Wer immer sich beim Baden erwischen
ließ, musste mit empfindlichen Strafen rechnen. Begründet wurde
dieser Schritt damit, daß das Baden angeblich unmoralisch wäre
(Kaiser 2005). Im Gefolge dieses Verbotes kam die Pest und sank der
Wohlstand.
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Die christliche Kirche
fürchtete das basische Baden wie der Teufel das Weihwasser.
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Die Lebenserwartung sank im
Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit sehr stark. Auf diese
kurze Lebenserwartung wird heute immer Bezug genommen, wenn von einer
spektakulären Verlängerung die Rede ist, die wir heute hätten.
Es wurde vergessen, daß die Menschen davor sehr viel älter geworden
waren. In den Jahrhunderten der kurzen Leben war die Erinnerung an die Zeiten
auch kaum möglich. Dazu kam ein desinformierender Schulunterricht durch
die Kirchen, die Wert auf geisttötendes Auswendiglernen von
Kirchenschriften legten und den Kindern einredeten, die heiligen Feste ihrer
Eltern wären christliche Feste. Durch kurzlebige Generationen hindurch,
durch Jahrhunderte voller Krankheiten, Kriege und Unterdrückung hatte sich
diese Indoktrination fortgesetzt. Wie soll sich da ein breites Bewusstsein
für die Ungeheuerlichkeit dieser Machtergreifung gehalten haben? Die
Empörung über die Verelendung muß erst noch kommen durch einen
neuen Geschichtsunterricht, denn die Fakten sind nachprüfbar, es haben
sich alte Quellen gehalten, wenige zwar, aber genug, um einen deutlichen
Bericht zu liefern.
Sinkende Lebenserwartung durch andere
Eßgewohnheiten
Die Leute wurden damals so krank,
daß sie früher starben durch ihre Ernährung. Von den
Römern hatte man den Wein bekommen, der sobald wie möglich auch in
Frankreich und Deutschland angebaut wurde, um eine flächendeckende
Versorgung zu garantieren. Sowohl kirchlich als auch weltlich wurde das
Getränk etwa so propagiert wie heute Colagetränke. In jeder
Gastwirtschaft gab es Wein, Soldaten und Handelsreisende hatten immer einen
Vorrat dabei, und bald hatte auch jedermann, der etwas auf sich hielt, seine
Auswahl an Weinen. Wein wurde auch in Schläuchen mit sich herumgetragen.
Im Mittelalter sollen die Leute ständig betrunken gewesen sein, weil sie
statt Wasser Wein tranken, wann immer sie durstig gewesen sind (Marquardt 2005,
Dombrowsky 2001).
Die Alkoholpropaganda wurde unterstützt durch
das immer schlechter werdende Trinkwasser. Konnten die nackten Einheimischen
früher ohne Sorgen süßes Wasser aus jedem Bach trinken, so
verdarb ihnen die Einführung des Ledergerberei nun den Appetit auf das
Wasser. Sie bekamen nun Kleidung und Leder für alle möglichen
Anwendungen, das war etwas, was sie bisher gar nicht gebraucht hatten. Noch bis
ins Spätmittelalter galt Nacktheit als etwas Natürliches. Erst die
Kirche drückte in beständiger Propaganda ein Schamgefühl durch,
das zunächst nur widerstrebend angenommen wurde und wenigstens dort
vergessen wurde, wo es mit praktischen Erwägungen kollidierte. Noch bis
ins 15. Jahrhundert hielt sich beispielsweise die Sitte, den Weg zum und vom
Badehaus nackt zurückzulegen, denn so brauchte man seine Kleidung nicht zu
verstauen und brauchte sich nicht abzutrocknen. Auch geschlafen wurde damals
generell nackt, auch wenn Gäste in der Schlafstube waren. Die
Einführung der Kleidung verseuchte zuallererst das Trinkwasser. Vor allem
die aufkommenden Gerbereien sandten gefährliche Leichengifte aus den
Tierhäuten den Bach hinunter. Der alkoholhaltige und saure Wein war die
gesündere Alternative als das Abwasser.
Auch den Getreideanbau
führten die Römer ein. In den Gegenden, in denen es für den
Weinanbau zu kalt war, brauchten sie ein entsprechendes alkoholisches
Getränk, um die Einheimischen wie auch ihre eigenen Söldner unter
Kontrolle zu halten (Finouist 2005). Es waren also nicht die Einheimischen, die
Bier gebraut hatten, sondern auch das Bier ist eine unwillkommene Modedroge
gewesen.
Die Römer propagierten außerdem Brot aus
Getreide, ebenso verheerend für die Gesundheit. Mühlen zu Mahlen
waren bereits vorhanden, da man früher aus Eicheln ein Brot gebacken hatte
(Pollmer u. a. 2001). Die Eichenwälder der Briten, Kelten, und Germanen
wurden abgeholzt, der genaue Anlaß ist nicht mehr festzustellen. Aber
sicherlich sollte dies die Ernährungsumstellung unterstützen, denn
die hochbasischen Eicheln waren damals ein Grundnahrungsmittel. Das
Verschwinden der Eichenwälder schwächte auch gleichzeitig die
Position der Druiden (dru (kelt.) = Eiche), (Schubert 2001). Es ist bekannt,
daß die Lebenserwartung sank, als die Menschen zum Brot aus Getreide
übergingen. Pollmer (2001) ist der Ansicht, daß man aus purer Not
"ins Gras gebissen" habe, weil keine Eicheln mehr da gewesen seien. Er
vermutet, daß durch den Schiffbau zu Wikinger- und Römerzeiten
einfach der Holzbedarf zu gigantisch gewesen sei.
Umerziehung: vom basischen Eichelbrot zum
krankmachenden Getreide
Für eine gut durchdachte
Umerziehungsmaßnahme spricht dagegen die Tatsache, daß man in die
wenigen noch verbliebenen Eichenwälder die Schweine zum Mästen
getrieben hat, die man durch das neue System zu halten begonnen hatte. Der
genaue Anlaß des weitgehenden Verschwindens der Eichenwälder ist
nicht mehr festzustellen, dagegen ist eine Tatsache, daß die Menschen
seit dieser Zeit nicht mehr wissen, wie man aus Eicheln Brot backt und eher
ihre Schweine als sich selbst mit den Eicheln füttern. Die Menschen
dagegen aßen nun hauptsächlich Getreide und Fleisch in jeglicher
Form. Brot wurde zum neuen Grundnahrungsmittel für eine ganz lange Zeit.
Der Durchschnittsverbrauch an Brot war damals 1,5 kg pro Person und Tag. Fast
jeder Landbewohner hatte seine Masttiere, und wenn es nur Geflügel und ein
paar Kaninchen waren. Man buk Brot auf Vorrat und versuchte, das Fleisch durch
Räuchern und Pökeln haltbar zu machen. Begannen die Sachen zu
schimmeln, aß man sie dennoch. Folge war eine völlig
orientierungslose, kranke, aggressive, dumme und hässliche
Bevölkerung. Der Pöbel war geboren, der Mob. Das war so ungefähr
das Bild, was die meisten Leute heute noch vom finsteren Mittelalter haben,
eine unfreundliche, böse Zeit. Nur war es historisch nicht das
Mittelalter, allenfalls das Spätmittelalter, sondern hauptsächlich
die Jahrhunderte zwischen 1200 und 1700. Das war auch die Hauptzeit der
Hexenverfolgung.
Während nur ein paar Jahrhunderte vorher die
Einheimischen noch nackt die römischen Legionen besiegt hatten, standen
sie jetzt bekleidet und schwach neben den Scheiterhaufen und sahen zu wie die
letzten ihrer Brüder und Schwestern hingerichtet wurden, die noch nach den
alten Traditionen gelebt hatten. Besonders richtete sich die Inquisition gegen
die Träger des uralten Wissens, die Barden, Hexen und Druiden.
Neue Bäder wurden publik gemacht: Pech
und Schwefel
Den Mythos des Badens konnte jedoch
auch dies nicht entkräften. Noch immer hielt sich in jener Zeit der
hervorragende Ruf jener Bader, die Gesundheit und Kraft zu schaffen vermochten.
Die Ärzte nach römischem Vorbild und die Barbiere mit ihren
barbarischen chirurgischen Schlachtermethoden konnten die Bevölkerung
allenfalls abschrecken, die nun durch die Ernährung immer mehr Siechtum
zeigte. So entstand das Bild des Scharlatans und Quacksalbers für die
Medizin. Der Bevölkerung bot sich keine wirkliche Alternative.
Nach kurzer Zeit gab die Kirche dem Drängen der Bevölkerung nach, um
der wachsenden Unzufriedenheit zu begegnen. Es wurden wieder Bäder
erlaubt, aber es waren andere als die heiligen Quellen. Es wurden Bäder
promotet und publik gemacht, die zu saures Wasser enthielten, wie die
berühmten tschechischen Bäder in Marienbad und Karlsbad, die sehr
viel Schwefel enthalten. Die Leute stürzten sich förmlich auf die
Möglichkeit, Badekuren machen zu können wie ihre Vorfahren. Nur die
Quellen waren jetzt so unwirksam wie die römischen Thermalbäder oder
sogar schädlich.
Auch neu: das wirkungslose Dampfbad
Eine zweite Neuerung war ein anderes
Konzept für das öffentliche Bad, das plötzlich in den
historischen Quellen genannt wird. Anstatt in Wasser badete man jetzt in Dampf,
eine so sparsame Methode wie die Dusche. Das "Bad" in heißem Dampf bot
den Machthabern den Vorteil, daß es technisch unmöglich war, hier
basisches Badewasser anzumischen. Sollte das Wissen über die basischen
Badezusätze noch vorhanden sein, konnte man in dieser Badehütte
nichts damit anfangen. Dieses Badehaus diente als Ersatzbefriedigung für
die Menschen, die doch so gerne baden wollten, aber deren heilige Quellen immer
noch versiegelt waren, so lange schon, daß niemand mehr wusste, wo sie
sich eigentlich befunden hatten. Das Konzept der Badehütte aus Holz mit
einem Feuer, heißen Steinen und Wasser, das auf die heißen Steine
gekippt wird, breitet sich im orthodoxen Russland aus, auch hier werden die
Thermen durch diese Badehütten ersetzt. Von Russland kam es nach Finnland,
wurde Sauna genannt und kommt heutzutage wieder als "finnische Erfindung"
zurück nach Deutschland. Wer sich mit dem finnischen Saunabaden
beschäftigt, weiß aber auch, daß sich
Herz-Kreislauf-Todesursachen in der Sauna häufen.
Saure Bäder - schädliche
Wirkungen
Die Einführung schwefelhaltiger
Thermen begründete im 14. Jahrhundert viele Badeorte, die sich bis heute
als Bäder gehalten haben. Man nahm eifrig das Baden wieder auf. Die Leute
badeten zunächst in dem ungeeigneten Wasser so wie in den heiligen Quellen
und in den selbstzubereiteten basischen Bädern, nämlich 10 bis 12
Stunden am Tag für drei bis vier Wochen. Dabei kam es wegen des zu sauren
Wassers zu einem nässenden und juckenden Ausschlag. Das war etwas neues,
das hatte man vorher nicht gekannt, als die Bäder noch basisch waren. Den
Ausschlag interpretierte man deshalb als Ausscheidung, ein
Missverständnis, denn er war in Wirklichkeit ein Säurestau durch den
niedrigen pH-Wert des Wassers (Hörnicke 1957). Die Haut entzündete
sich. Die Kur wurde außerordentlich anstrengend und lästig
(Hörnicke 1957).
Im Gegensatz dazu stehen die echten basischen
Bäder. Sie sind angenehm und labend. Gerade die Haut erholt sich als
erstes bei basischen Bädern, weil die Säuren ins Badewasser abgegeben
werden. Walter Sommer schildert in seinem Buch die Jungmühle die
verblüffende Wirkung von basischen Dauerbädern: "25 basische
Bäder machen 25 Jahre jünger" (Sommer 1978). 25 basische Bäder
von je 12 Stunden Dauer leiten die Gifte und Schlacken von einem
Vierteljahrhundert aus. Dies war eigentlich auch die Wirkung die die Badenden
erwarteten.
Nur im falschen, im nach Schwefel stinkenden Wasser blieb
die erwartete Wirkung aus. Die Badekuren blieben erfolglos. Die Leute wurden
immer anfälliger für Infektionskrankheiten und Seuchen. So ließ
im 16. Jahrhundert die Begeisterung für das Baden nach, man
parfümierte seine stinkenden Ausscheidungen mit Blütendüften, so
wie der "Sonnenkönig" Ludwig XIV., der in seinem ganzen Leben nur zweimal
gebadet haben soll (Kaiser 2005). Im 19. Jahrhundert schloß man die
letzten öffentlichen Badehütten (Hörnicke 1957). In den
Kurbädern verkürzte sich die Badedauer drastisch, auf nur noch eine
halbe Stunden für 2 bis 3x pro Woche. Die Kuranstalten gingen eher dazu
über, das Wasser als Trinkkur innerlich zu nehmen. Hier zeigt sich durch
Zuführung einer starken Säure wie beispielsweise dem schwefelhaltigen
Wasser ein Effekt der Säurepeitsche: Bestehende Schlacken werden
aufgeknackt, freie Säuren verbinden sich mit körpereigenen Basen oder
Basen aus der Nahrung zu ausscheidungsfähigen Schlacken, die den Weg
über Urin und Stuhlgang nehmen. Der Patient baut möglicherweise
körpereigene Basensubstanz ab, aber er verliert auch gleichzeitig
Schlacken und freie Säuren, die ihm die Beschwerden verursacht haben, die
die Kur heilen sollte. Ähnlich wirken Massagen, die Säuren lockern
und die moderate Bewegung, die während einer Kur meistens empfohlen wird.
Die Beschwerdefreiheit gilt als scheinbarer Heilerfolg. Mit einer heilsamen
Badekur hat ein Aufenthalt in einem Kurort aber nichts mehr zu tun.
Was blieb, war eine Badekultur, die mit sparsamsten Anwendungen auskam, die
noch einen diffusen Glanz von den einstigen Heilerfolgen reflektierte und
deswegen immer noch Anziehungskraft besaß, die aber überhaupt nichts
mehr von der Wasserqualität verstand. Die kaiserlich erlaubten Quellen
wurden einfach ausprobiert. Manche Symptome verschwanden, das verbuchte man als
Heilung, dafür kamen andere Symptome, das verbuchte man als Schicksal.
Pfarrer Sebastian Kneipp erlebte mit seiner Methode im 19.
Jahrhundert großen Zulauf, weil das von ihm verwendete Wasser kalt war.
Der pH-Wert ist temperaturabhängig, kaltes Wasser ist basischer als
warmes. Wenn seine Methode einen einigermaßen lange dauernden Aufenthalt
im kalten Wasser (durch Bewegung im Wasser) ermöglichte, konnten besonders
starke Krankheitserscheinungen tatsächlich gemildert werden. Die
Füße und Waden werden auch als "Hilfsnieren des Körpers"
bezeichnet. Besonders kranke Personen, die eine Krankengeschichte mit
Schlaganfall, Diabetes und Herzproblemen aufweisen, scheiden ohnehin sehr viel
durch die Füße aus, um einen Mindest-pH-Wert im Körper
aufrechtzuerhalten. Offene Beine, Fußpilz und geschwollene
Füße sind nur Zeichen dieser Ausscheidung. Die Säure und Toxine
in den Füßen sind quasi bereits ausgeschieden. Wenn dieser Mensch
dann in auch nur relativ basisches Wasser kommt, waschen die Säuren von
der Haut ab, das entlastet die überquellenden Lager und macht sie nur noch
"voll", aber nicht mehr "überlaufend". Das ist die kleine Entlastung, die
die Kneipp-Anhänger so in Entzücken versetzte. Weil das Wissen um
eine wirksame Reinigung verlorengegangen war, nahmen die Leute dankbar dieses
Almosen an. Die Kneipp-Kuren sind aber schwach gegenüber zwei Stunden
Fußbad in sehr basischem Wasser.
Ungefähr zur selben Zeit
von Kneipps hilflosen Versuchen schaffte die allgemeine Gesundheit in
Mitteleuropa wieder einen kleinen Schritt aus dem tiefen Tal, in das sie die
zivilisierten Lebensgewohnheiten mit ungesunder Nahrung, Alkohol und ohne
wirksame Bäder gebracht hatten. Der Grund war eine
basenüberschüssige Pflanze aus Amerika, die das Getreidebrot als
Grundnahrungsmittel verdrängte. Erst als man im 18. Jahrhundert zum
Kartoffelanbau überging, fand man ein Mittel, welches den Fleischverzehr
teilweise ausgleichen konnte und die Lebenserwartung wieder um einige
Jahrzehnte anheben konnte. Die gutbürgerliche Küche beinhaltet heute
noch Fleisch und Kartoffeln. Vor der Kartoffel haben die Leute Innereien wie
Leber und Magen als Gerichte wie "Saumagen" gegessen, um wenigstens ein paar
Basen zu bekommen. Vor dem industriell hergestellten Mastfutter war dies auch
ein guter Weg, wenn man schon Fleisch essen wollte. Die inneren Organe,
besonders die Leber, enthalten Mineralien, wenn die Tiere nicht vergiftet sind.
Und wo noch Eichelwälder zu finden waren, war der Verzehr von Innereien
ein Ausgleich zu den ansonsten übersäuernden Fleischteilen. Wenn man
Schweine mit Eicheln mästet, wird die Leber sehr rein. Davor haben die
Leute selber die Eicheln und Bucheckern gegessen, mit dem Erfolg einer
überwältigenden Gesundheit.
Die Küche aus Fleisch und
Brot dagegen konnte durch den Ausgleich von Innereien und einem kleinen Anteil
Gemüsen auf dem Speisezettel gerade so eben das Überleben der
Menschen durch die dunklen Jahrhunderte von 1300 bis 1800 sichern. Die
Lebenserwartung sank auf gerade mal 40 Jahre. Aus diesem Tal führte
Friedrich der Große die Menschen ein bisschen höher. Die Kartoffel
als Massennahrungsmittel bügelte einen Teil der Säurelast aus. Bis
heute sind Kartoffeln für viele kränkliche Kinder das Nahrungsmittel,
das es ihnen überhaupt ermöglicht, aufzuwachsen, mit der
Säurelast, die sie sonst aus Karbonade, Fischstäbchen, Joghurt,
Käse, Schokolade, Bonbons, Limonaden, Keksen, Antibiotika,
Schnupfenmitteln, Sonnencreme und nicht zuletzt auch aus dem täglichen
Brot aufnehmen.
Bis auf die winzigen Verbesserungen des Wassertretens
und des Kartoffelessens stagnierte das Gesundheitswesen in Deutschland im 19.
Jahrhundert. Man begann sich allenfalls wieder häufiger mit Seife zu
waschen. Die Entdeckung und Nutzbarmachung des Erdöls hatte auch auf die
Körperpflege gravierende Auswirkungen. Erdöl und seine sauren
Kunststoffe sind nun in fast jeder Creme, jedem Duschgel, jedem Schaumbad unter
so unterschiedlichen Bezeichnungen wie Paraffinum Liquidum, Petrolatum,
Ceresin, Dimethicone, Microcristalline Wax oder auch einfach Mineral Oil
bezeichnet. Sogar die meisten Babycremes wie Penaten und Bebe bestehen zum
größten Teil aus den sehr sauren Giften.
Basisches Baden ist möglich - erleben
Sie die Wirkungsweise!
Dabei ist basisches Baden heute so gut
möglich wie vor 10000 Jahren. Machen Sie Ihr Badewasser mit einem
basischen Badepulver basisch. Achten Sie darauf, daß sowenige
Inhaltsstoffe wie möglich darin enthalten sind. Auch Meersalz und
Himalaya-Kristallsalz sollten nicht im Badepulver enthalten sein. Sie senken
den pH-Wert wieder unter die physiologisch wichtige Grenze von 8,5, die ein
ausreichendes pH-Wert-Gefälle zur Haut erst möglich macht. Nur dann
wird die Entgiftung durch Osmose angeregt. Ihr Badepulver sollte aber durchaus
Mineralien enthalten.