Bio-Treibstoff

29.9.2005
In anderen Erdteilen fährt man mit Bio-Treibstoff:

In Brasilien fahren bereits die meisten der 20 Millionen Autofahrer mit einem Treibstoff, dem zu 25 Prozent Ethanol aus Zuckerrohr beigemischt ist. Aber immer mehr neue Autos fahren schon mit 100 Prozent Ethanol, das etwa die Hälfte des üblichen Benzinpreises kostet und an allen Tankstellen von Rio bis zum Amazonas zu haben ist. Um den wachsenden Bedarf zu decken, wollen die Zuckerrohr-Barone in Südamerika in den nächsten fünf Jahren sechs Milliarden Dollar investieren - in neue Industrieanlagen zur Produktion von Bioenergie. Brasilianische Ethanol-Tanker sollen künftig mit Biosprit den Treibstoffhunger in Indien und China, in Japan und Korea stillen helfen. Unter Treibstoffhändlern gilt Brasilien bereits als das "Saudiarabien des Ethanols". Aber sehr im Gegensatz zum Öl wird beim Ethanol und weiteren Biospritarten wie Pflanzenöl oder Biogas kein einziges Land ein Monopol besitzen. Fast in allen Ländern der Welt kann Biosprit im eigenen Land gewonnen werden. Wie alle alternativen Energien so trägt auch Ethanol zur Energie-Autonomie bei. In Europa ist Deutschland der größte Produzent von "Bio-Diesel" - meist aus Raps gewonnen. 1990 wurden in Deutschland auf etwa 120.000 Hektar Bioenergie Pflanzen angebaut - 2005 auf über einer Million Hektar. In bereits mehr als 30 Ländern von Taiwan über Thailand, von Australien bis Malawi, von Indien bis China boomt der Biosprit-Markt. Er wird gespeist aus Zuckerrohr und Zuckerrüben, aus Schilfgras und Raps, aus Palmenöl, Sojabohnen, Korn, Kokosnuss, Sonnenblumen und Leinöl. Thailand baut zur Zeit über ein Dutzend Ethanol-Fabriken und China betreibt in Jilin die weltgrößte Ethanol-Treibstofffabrik. Das Magazin "Newsweek " beschrieb den weltweiten Biosprit-Boom in einer Titelgeschichte am 8. August 2005 so: "Ohne große Anstrengung könnte die brasilianische und indische Zuckerrohr-Produktion durch Ethanol 10 Prozent des globalen Treibstoffs ersetzen." Eine globale Biotreibstoff-Ökonomie bietet Entwicklungsländern besonders große Chancen. In den warmen Ländern des Südens gibt es meist ganzjähriges Wachstum auf den Feldern und billige Arbeitslöhne. Hingegen sind die Löhne in kälteren Nord-Ländern höher und das Klima kälter. In nördlichen Industrieländern ist die Produktion von Biotreibstoffen mindestens doppelt so teuer als in südlichen Entwicklungsländern. Biosprit ist die große Alternative zum Erdöl. Andererseits darf der Zuckerrübenanbau laut EU-Befehl nicht mehr subventioniert werden. Der Anbau von Zuckerrüben zur Zuckergewinnung ist in Deutschland nicht mehr rentabel, weil der Zucker vom Ausland billig importiert werden kann. Wie aber wäre es, wenn die Zuckerrübenanbauer ihre Rüben an Ethanol-Raffinerien verkaufen? Nach Biodiesel und Erd-oder Flüssiggas füllt Ford jetzt eine weitere Alternative in den Tank: Ethanol aus nachwachsenden Rohstoffen. Weil das in Schweden gut funktioniert, kommen im August die ersten Autos auch nach Deutschland. Nur an Tankstellen fehlt es noch. Auf der Automobilausstellung hat vor 2 Wochen auch Ford ein Auto in Deutschland vorgeführt, welches zu 100% mit Ethanol fahren kann, den Ford Focus FFV (Flexible Fuel Vehicle). Nur gibt es in Deutschland keine Ethanol-Tankstellen. Nachdem der Markt für Erdgasfahrzeuge augenscheinlich noch immer nicht in Schwung kommt und regenerativ erzeugter Diesel aus Rapssamen den modernen Einspritzsystemen Probleme bereitet, wollen es die Kölner jetzt mit Ethanol versuchen. Dabei schlagen sie gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Der Kraftstoff hat eine bessere CO2-Bilanz und damit einen geringeren Einfluss auf das Klima, er macht unabhängig von den endlichen Rohölreserven, und er kann wegen der Befreiung von der Mineralölsteuer sogar die Betriebskosten senken. So würden die Ethanol-Kunden laut Ford in Deutschland trotz des um etwa 30 Prozent höheren Verbrauchs - an der Tankstelle rund 20 Prozent sparen, falls es in Deutschland an den Tankstellen Ethanol geben würde. Bio-Ethanol entsteht ähnlich wie trinkbarer Alkohol aus der Destillation nachwachsender Rohstoffe und ersetzt zum Beispiel in Brasilien schon seit Jahrzehnten ein Gutteil des Benzinbedarfs. Und auch in Schweden hat mit einem politisch geförderten Pilotprojekt vor drei Jahren die Revolution an der Zapfsäule begonnen: In einem Land, in dem die Null-Promille-Grenze gilt und für Autofahrer selbst ein Glas Bier zum Mittagessen verboten ist, füllen jetzt immer mehr Fahrzeugbesitzer Alkohol statt Benzin in den Tank. Dabei steht ihnen derzeit als einziges Fahrzeugmodell ein Ford Focus zur Verfügung. Denn weil zum Start des Projekts kein anderer Hersteller die Umrüstung auf sich nehmen wollte, haben die Kölner den Fünftürer und den Kombi -einer Abnahmegarantie von 3000 Autos sei Dank -zum Flexible Fuel Vehicle (FFV) weiterentwickelt und davon bis jetzt 15.000 Fahrzeuge verkauft. "80 Prozent aller Focus-Zulassungen in Schweden entfallen mittlerweile auf die Flex-Fuel-Modelle", sagt Projektmanager Andy Taylor. Die Alkohol-Tanker sollen eher kurz-als mittelfristig 15 Prozent des schwedischen Markts ausmachen. "Wir haben einen stabilen beschichteten Tank, neue Kraftstoffleitungen und andere Ventile eingebaut", sagt Wolfgang Schneider, der bei Ford Europe das Umweltressort und die politische Lobbyarbeit leitet. "Außerdem bekommt der Motor eine neue Steuerung, die das Mischungsverhältnis erkennt und die Zündpunkte entsprechend variiert." Bei ersten Testfahrten in Schweden gibt sich der Öko-Focus auffällig unauffällig: Zündschlüssel rein, Motor an, und losfahren. Weder fehlt es dem Wagen an Leistung, noch machen Kontrollleuchten oder eine verfremdete Geräuschkulisse auf den neuen Sprit aufmerksam. Einzig beim Tanken riecht es jetzt etwas blumiger. Der Ford Focus in FFV-Ausführung kostet nur 300 Euro mehr als die Normalausführung. "Anders als bei der Umrüstung auf Erdgas bleiben dem Kunden im Ethanol-Fahrzeug alle Freiheiten", sagt Ford-Manager Schneider. Man braucht keinen separaten Tank, hat kein Limit bei der Reichweite und ist auch nicht auf eine neue Infrastruktur angewiesen. "Denn wer keine Ethanol-Zapfsäule findet, füllt einfach normales Benzin nach." Und selbst die Tankstellen-Pächter haben mit dem neuen Kraftstoff leichtes Spiel, weil laut Schneider eine Zapfsäule für Ethanol nur ein Bruchteil dessen kostet, was eine Erdgas- oder gar eine Wasserstoff-Anlage verschlingen würde. Der einzige Haken an der schönen Vision: In Deutschland ist Ethanol bislang quasi nicht verfügbar. Doch Kritik an der mangelnden Infrastruktur ficht Ford nicht an. Dabei denken die Kölner zunächst an Flotten- und Firmenkunden, vor allem bei Behörden und Agrarorganisationen, die wie die Raiffeisenverbände oder die BayWa schon heute Zugriff auf Bio-Ethanol haben. Aber auch Privatkunden wollen die Kölner erreichen. Auch dabei verweisen sie auf das Beispiel von Schweden, wo in den letzten drei Jahren rund 200 Ethanol-Tankstellen entstanden sind "Wir sind ganz sicher, daß sich der Markt auch in Deutschland entwickeln wird, wenn erst einmal die ersten Autos fahren, die ersten Tankstellen entstehen und der Benzinpreis weiter steigen sollte", sagt Schneider zuversichtlich. Und spätestens dann werden auch die Wettbewerber reagieren und entsprechende Fahrzeuge ins Land holen. "Schließlich haben VW, Opel und fast alle anderen Anbieter zum Beispiel für Brasilien längst eine Ethanol-Flotte." Bei den Kunden sieht Schneider dagegen die geringsten Akzeptanz-Probleme: „Schließlich erfordert der FFV-Antrieb keinerlei Umgewöhnung. Der Benzin-Ersatz Ethanol kann zum Beispiel aus Getreide gewonnen werden. Und Ethanol ist nicht schwierig herzustellen. Der Kraftstoff wird in einem Vorgang wie beim Schnapsbrennen schon heute aus speziell dafür angebauten Pflanzen wie Zuckerrohr und aus der überschüssigen Agrarproduktion etwa von Getreide oder Zuckerrüben gewonnen. In schwedischen Pilotprojekten wird Ethanol bereits aus den Abfällen der Holz-und Papierindustrie destilliert, und schon in naher Zukunft soll der Treibstoff auch aus den organischen Bestandteilen des Hausmülls gewonnen werden. Damit wäre dann die Nachschubversorgung dauerhaft gesichert. Und weil die Pflanzen beim Wachstum ein Gutteil des CO2 absorbieren, das später beim Verbrennen des Kraftstoffes freigesetzt wird, kommt die Automobilindustrie damit nahe an eine ausgeglichene Kohlendioxid-Bilanz.“ "Dass diese Vision Wirklichkeit werden kann, machen uns die Brasilianer vor", sagt Per Carstedt von der Bio Alcohol Fuel Foundation (BAFF) im schwedischen Örnsköldsvik. Die Brasilianer produzieren pro Jahr mittlerweile 15 Milliarden Liter Bio-Ethanol vornehmlich aus Zuckerrohr. Und das zu Kosten, die deutlich unter dem Einkaufspreis von Rohöl liegen und die Südamerikaner weitgehend unabhängig von den Fördermengen der OPEC machen. Deshalb kommen Ethanol-Autos dort heute auf einen Marktanteil von 50 Prozent. Die großen Treibstoffkonzerne in Mitteleuropa werden jedoch mit Sicherheit keine Ethanoltankstellen einrichten und der Staat darf es aufgrund der EU-Beschlüsse auch nicht. Außerdem ist nur reines Ethanol steuerfrei. Selbst wenn Sie mit einer Mischung von 75% Ethanol und 25% Normalbezin fahren, unterliegt die ganze Mischung der Mineralöl-Steuer und der Öko-Steuer. Würde sich der Treibstoffverbrauch von 100% Benzin auf 100% Ethanol verschieben, würde der Staat erhebliche Steuereinbußen erleiden. Abschließend ist festzustellen, daß Bio-Diesel und Ethanol im Vergleich zu dem am Anfang des Artikels vorgestellten Diesel aus Müll nur die zweitbeste und drittbeste Lösung wäre.
Zusammenfassung der 3 vorstehenden Berichte: Wer also von unseren Lesern 4 Millionen übrig hat, der sollte eine solche Anlage bauen, die nachweislich problemlos funktioniert. Hersteller: Gesellschaft für Katalytische AufbereitungsTechnologien mbH., Genglerstraße 10, D-91054 Erlangen, Tel. 09545 - 208 - Fax: 09545 -950325
(PHI meint: Man sollte es den Menschen vor Augen führen: Es könnte in Deutschland Diesel für 29 Cent geben. Vielleicht lohnt es sich, eher dafür zu demonstrieren, als gegen Hartz IV. Wieviel könnten Busse dann die Preise senken. Für manche Menschen würde es sich dann noch rechnen, einen weiter entfernten Arbeitsplatz anzunehmen. Für sehr viele Familien könnten sich die Heizkosten erheblich senken.

Info von www.phi.lt

Hersteller: Gesellschaft für Katalytische AufbereitungsTechnologien mbH., Genglerstraße 10, D-91054 Erlangen, Tel. 09545 - 208 - Fax: 09545 -950325



Diese Seite auf Ihrem PC speichern!

Möchten Sie diese Domaine als Startseite haben...

Diese Information   www.innovation24.info an einen Freund senden

Diese Domain   www.innovation24.info an einen Freund weiterempfehlen

Zurück zur Seite vorher