Gesundheitsschäden durch Anwendung
pharmazeutischer Medikamente, obwohl es nebenwirkungsfreie Naturheilverfahren
und Naturheilmittel gibt.
Erneute Warnung vor Ibuprofen,
Rofecoxib uund Diclofenac! Amerikaner
stellen erhöhte Krebsgefahr fest. Briten stellen
erhöhte Gefahr eines Herzinfarkts fest: Krebs: Am 1. Juni 2005 hatte
das "Journal of the National Cancer Institute" (JNCI) einen Artikel auf
Grundlage einer Studie veröffentlicht, der eine Verbindung zwischen der
Einnahme von Ibuprofen und Brustkrebserkrankungen zieht. Für die
Studie wurde die Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen und Aspirin
bei 114.460 Frauen im Alter zwischen 22 und 85 Jahre über mehrere Jahre
beobachtet. In diesem Zeitraum erkrankten 2.391 der Frauen an Brustkrebs. Bei
Frauen, die über mindestens 5 Jahre täglich Ibuprofen
eingenommen hatten, lag der Studie zufolge das Risiko einer
Brustkrebserkrankung um 51 Prozent höher als bei Frauen, die das
Medikament nur gelegentlich oder gar nicht einnahmen. Bei nicht-lokalisierten
Tumoren erhöhte sich das Risiko sogar um 91 Prozent.
Herzinfarkt: Das "British Medical Journal" berichtete
über die Ergebnisse einer britischen Studie. Demnach erhöhen mehrere
nichtopioide Analgetika, darunter wiederum Ibuprofen, die
Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt deutlich. Grundlage waren 9.218
Patienten im Alter zwischen 25 und 100 Jahren, bei denen ein erster Herzinfarkt
festgestellt worden war. Eine Kontrollgruppe von 86.349 Personen wurde diesen
gegenübergestellt. Bei Patienten, die in den drei Monaten vor ihrem
Herzinfarkt Rofecoxib eingenommen hatten, war die Wahrscheinlichkeit
für einen Infarkt 32 Prozent größer als bei Personen ohne die
Einnahme dieses Medikaments. Bei Einnahme von Diclofenac stieg diese
Wahrscheinlichkeit sogar um 55 Prozent und auch Ibuprofen führte zu
einer Erhöhung der Wahrscheinlichkeit um 24 Prozent. PHI hatte schon im
Jahr 2002 vor längeren regelmäßigen Einnahme der Schmerzmitteln
Ibuprofen und Aspirin gewarnt.
Auch mit
nebenwirkungsfreien Mitteln lassen sich Schmerzen bekämpfern: a)
Homöopathische Antischmerzmittel, b) Akupunktur, c) Elektropunktur
, d) Selbsthypnose e) Magnetarmbänder und f) Kräuter aus
der Natur oder dem eigenen Anbau sind natürliche Anti-schmerzmittel.
Es kann zwar sein, daß eine Wirkung erst nach 2-3 Wochen eintritt.
Alle 6 vorgenannten Mittel oder Verfahren zur Schmerzbekämpfung sind
absolut nebenwirkungsfrei. Auf die Positionen e und f wollen wir in dieser
PHI-Ausgabe näher eingehen. e)
Kräuter aus der Natur oder
dem eigenen Anbau sind natürliche Anti-Schmerzmittel. z.B. bei
Kopfschmerzen und Migräne: 12 % der Bevölkerung werden
immer wieder von Migräne-Attacken heimgesucht - ein Millionenheer. Noch
zahlreicher sind jene Geplagten, die an „banalen" Spannungskopfschmerzen
leiden: 29 Millionen Bundesbürgern brummt an mindestens 34 Tagen im Jahr
(insgesamt also länger als einen Monat) der Kopf. Manche Forscher meinen,
es ließen sich mehr als 100 verschiedene Arten von Kopfschmerzen
diagnostizieren. Andere, und davon gibt es immer mehr, sind davon
überzeugt, daß sich die meisten dieser vielfältigen
Erscheinungsformen auf zwei Grundübel zurückführen lassen,
nämlich die eigentliche, starke Migräne, die zu mehr als zwei
Dritteln Frauen betrifft, sowie zum anderen auf „schwächere
Varianten der Migräne". Bei beiden schmerzlichen Ereignissen handelt es
sich um Fehlsteuerungen der Gehirndurchblutung, über die Freisetzung von
bestimmten Prostaglandinen, eine vermehrte Ausschüttung von
Lymphozyten und Polypeptid-Neurotransmittern (Botenstoffen des
Nervensystems), wird dabei eine „sterile neurogene Entzündung"
aufrechterhalten (Prof. Werner Grossmonn). Es handelt sich also immer um
„Gefäßkopfschmerzen" - und gerade dieser Typ ist durch
Ernährungsmaßnahmen und mittels spezieller Inhaltsstoffe in
arzneilich genutzten Pflanzen relativ gut zu beeinflussen. Ähnliches
gilt für einen weiteren, am Krankheitsgeschehen beteiligten Faktor:
die beim hektischen Menschen unserer Tage meist verspannte Muskulatur.
Nichts vermag diese besser zu lockern als bestimmte Pflanzeninhaltsstoffe,
wie sie sich z. B. in ätherischen Ölen von Melisse und anderen
aromatischen Kräutern finden. Nervöse, Streß bedingte
Muskelkontraktionen sollen immerhin für den größeren Teil aller
Kopfschmerzen („Spannungstyp") verantwortlich sein. Momentan
verstärken sich überdies die Hinweise darauf, daß (versteckte)
Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten fast schon
regelmäßig hinter den schmerzhaften Prozessen stecken. In diesem
Fall mißdeutet das Immunsystem bestimmte Lebensmittel-Substanzen als
potentiell gefährliche Fremdstoffe (Antigene) und reagiert darauf u. a.
mit Gefäßveränderungen, die dann über eine Reizung der
empfindlichen Gehirnhäute zu den unangenehmen bis unerträglichen
Schmerzempfindungen führen. Auch in diesem Fall stehen wieder
körperliche Regulationen im Mittelpunkt, denen man bisher zu wenig
Interesse entgegenbrachte: die unerhört wichtigen und komplexen
Prostaglandine. Damit bestätigt sich, was vor allem Forscher in den
USA schon seit langem vermuten, so etwa wenn z. B. Dr. James Breneman,
Vorsitzender des „Komitees für Nahrungsmittelallergie" am
American College of Allergy äußert: „ Ich bin davon
überzeugt, daß bei drei Vierteln aller Fälle von Migräne
ein Zusammenhang mit der Ernährung besteht". In allen diesen Fällen
kommt es, da sind sich die Experten ausnahmsweise einmal einig, ganz
entscheidend auf die Prophylaxe an. Man kann dem Auftreten von Anfällen
wirkungsvoll vorbeugen. Ist das Unglück erst einmal da, fällt es
schwer, dem Übel ohne große Risiken abzuhelfen. Und diese
Risiken sind beträchtlich: „85 % der Schmerzmittel, die in der
Bundesrepublik zur Selbstmedikation gekauft werden, werden gegen Kopfschmerzen
eingenommen", und deshalb ist die „Suche nach weiteren
Therapiemöglichkeiten für diese Alltagsleiden dringend notwendig"
(Prof. Dr. Hartmut Göbel). Solche Alternativen und hoffnungsvoll stimmende
Perspektiven gibt es, und eröffnet werden sie dem Patienten durch
Vermittlung der modernen Pflanzenheilkunde. Bei Medizinhistorikern gilt
Aspirin als berühmtestes aller großen modernen Medikamente
schlechthin - Vorbild dafür war jedoch, wie wir sehen werden, ein Stoff,
wie er in vielen Pflanzen vorkommt. Die wirksamsten Schmerzmittel
überhaupt, die Opioide (Morphin, Codein u. a.) werden
immer noch teilweise aus Schlafmohn hergestellt, wenn auch längst eine
vollsynthetische Produktion möglich und an der Tagesordnung ist. Gerade
bei der Behandlung von chronischen und akuten Schmerzleiden lieferten bestimmte
vorzüglich wirksame Pflanzeninhaltsstoffe der modernen Pharmakologie eine
Art Blaupause für die teuren - weil patentierbaren - angeblichen
„Neuschöpfungen" aus dem Labor. Es ist deshalb schwer
nachvollziehbar, wenn man in Medizinerkreisen den „sanften Heilweisen"
aus der Volksmedizin so wenig Beachtung schenkt und Anerkennung zollt.
f1) Mutterkraut - Allzweckwaffe der Heiligen Hildegard:
Das Kraut hat viele Namen und möglicherweise ebenso zahlreiche
Wirkungen. Botanisch nennt man es einmal Tanacetum parthenium, dann aber
auch Chrysanthemum parthenium oder Anthemis colala. Auch was
volkstümliche Bezeichnungen angeht, schießen diese ins Kraut
(„Bertram", Falsche Kamille, Mutterkraut u. a.).
Bleiben wir am besten beim Mutterkraut, weil es in den allmählich
häufigeren pharmakologischen Untersuchungen so bezeichnet wird. Verwendet
werden sowohl die Blüten wie die Blätter und das ganze Kraut. Sie
verbreiten einen aromatisch-intensiven, nicht unbedingt gleicheinnehmenden
Geruch, für den ein komplexer Mix aus zahlreichen ätherischen
Ölen (0,75 % Anteil im Kraut) verantwortlich zeichnet. Die Pflanze
gehört zu den ganz alten Kräutern der Volksmedizin - und hat
möglicherweise eine große Zukunft in der Migränetherapie vor
sich. Gerade eben hat nämlich eine Studie aus Großbritannien belegen
können, daß die Einnahme von Mutterkraut-Extrakten die Zahl
der Migräne-Attacken bei fast drei Vierteln der behandelten Patienten
deutlich verringert -eine bemerkenswerte Erfolgsrate. Und das Ganze
läßt sich auch deshalb nicht einfach vom Tisch wischen, weil die
Untersuchung im Hinblick auf die Versuchsanordnung höchsten Anforderungen
entsprach (randomisierte Doppelblindstudie mit 270 Migränepatienten im
Vergleich mit einer Placebo-Kontrollgruppe). Auch die üblichen
Begleitsymptome des „Gewitters im Kopf" - wie etwa Übelkeit,
Erbrechen, Sehstörungen, Schwindelanfälle u. ä. - fielen
deutlich milder aus. In punkto Mutterkraut zeichnet sich also eine
ähnliche Entwicklung ab wie in der neuerdings wieder beliebten
„Klostermedizin": die „rationale", also pharmakologisch gut
begründete Phytotherapie und altes Erfahrungswissen finden allmählich
einträchtig zusammen. Denn auf der britischen Insel galt
„Feverfew" (so der dort gebräuchliche Name für
Mutterkraut) schon lange als natürliche Kopfschmerzbremse. Viele
Engländer zogen es auf der Fensterbank und legten sich frische
Blätter aufs Sandwich, weil sie der Überzeugung waren, damit
Migräneattacken abzuwenden. In der Medizin gibt es auch bereits
Erklärungsmodelle, warum sich das Kraut als so unerhört wirksam
erweist (möglicherweise durch eine „Hemmung der
Serotoninfreisetzung, Prostaglandinsynthese und Histaminfreisetzung", wie es
die „Zeitschrift für Phytotherapie" zusammenfaßte).
f2)Die Teufelskralle: Genau 50 Jahre ist es nun her, dass
die Teufelskralle als Mittel der Volksmedizin durch Prof. O. H. Volk in
Deutschland eingeführt wurde. Fünf Jahre später konnte Prof.
Bernhard Zorn, Universität Jena, nachweisen, dass die rätselhafte
„Kralle" tatsächlich „den Schmerz packt“, wie
später gerne formuliert wurde. Die Teufelskralle stellt inzwischen, belegt
durch Dutzende von zuverlässigen Studien, auf einem heiklen medizinischen
Feld (Arthritis, Arthrose, Rückenbeschwerden) eine verträgliche,
nebenwirkungsfreie Alternative zu riskanten chemotherapeutischen Mitteln dar.
f3) Weidenrinde: Sie galt schon seit Urzeiten als wirksames
Schmerzmittel - und dies kam nicht von ungefähr. Die Rinde des
geschmeidigen Gewächses (Salix alba) - als Rohmaterial für
Körbe und Behältnisse aller Art früher hoch im Kurs - weist
nämlich bis zu 11 % (!) Salicylsäure-Bestandteile auf, dem
„phyto-therapeutischen Vorläufer" des Aspirins.
Außerdem werden diese Stoffe im Körper gut resorbiert, nämlich
zu 80 %, und in der Leber dann leicht zur entzündungswidrigen und
schmerzdämpfenden Salicylsäure metabolisiert. Diese Verbindung ist es
schließlich, die geradezu verblüffend gezielt auf Schmerzprozesse
(Rheuma, Migräne u. ä.) einwirkt, indem sie die Bildung bestimmter
entzündungsvermittelnder Prostaglandine bremst. Das
berühmteste aller Schmerzmittel ist also ganz einfach ein Bestandteil der
Natur. Praxistipp: Für einen Tee nimmt man 2 Teelöffel geschnittene
und getrocknete Rinde pro Tasse, gibt sie in kaltes Wasser und erhitzt das
Ganze. Maximal 5 Tassen pro Tag trinken.
f4) Pestwurz -
Migräneheilung inbegriffen: Inzwischen wird darüber gar nicht
mehr gestritten: Die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe der Pestwurz
(Petasites hybridus; früher: offcinolis) bei Migräne.
Besonders eindrucksvoll gelang der Nachweis vor wenigen Jahren in einer
placebokontrollierten Studie am „Städtischen Krankenhaus
München-Harlaching". Ergebnis: Bei jenen Patienten, die den Extrakt
einnahmen, verringerte sich die Anfallshäufigkeit um die Hälfte. Ein
erheblicher Teil (25 von 33 Probanden) zeigte eine deutliche Linderung. Die
Gruppe mit dem wirkstofffreien Scheinmedikament (Placebo) schnitt dagegen
deutlich schlechter ab. Bemerkenswert war vor allem: „Einige Patienten
hatten selbst eineinhalb Jahre nach der Behandlung keine ernsten
Migräne-Attacken mehr. Das man mit Pestwurz der Migräne so gut
vorbeugen kann, ist neu" - so der Leiter der Studie, Prof. Werner
Grossmann. Verwendet wird hier die Wurzel (Rhizom) der Pflanze. Wie und warum
die Inhaltsstoffe des Extrakts wirken, darüber gibt es auch schon
Erklärungsmodelle. Maßgeblich sind in diesem Fall vor allem
krampflösende Einflüsse auf die Blutgefäße im Bereich des
Halses und Kopfes, u. a. auf der Grundlage einer Hemmung der
Leukotriensynthese: Die bisherigen Studien zur Effektivität der
Pestwurz zeigten ganz klar, daß die Heilpflanze eine gleichwertige und
nebenwirkungsfreie Alternative zu herkömmlichen Migränemitteln
darstellt, was die Verhinderung von Anfällen angeht. Die Pharmakologen
kommen zum Schluß: „Damit ist Pestwurz-Extrakt gleich wirksam
wie viele chemische Präparate; aber besser verträglich"
(„ Zeitschrift für Phytotherapie"). Neuerliche
Bestätigung: Die hohen Erwartungen an die Pestwurz erhielten gerade eben
durch eine neue Studie des renommierten Migränespezialisten Prof.
Gäbel mit 202 Patienten neue Nahrung: „Bei über zwei
Dritteln der Patienten, die vorher zwei bis sechs Attacken im Monat hatten,
reduzierten sich die Anfälle im Mittel um 58 %". Nicht selten vermag
man durch kontinuierliche Einnahme der Extrakte die Häufigkeit von 4 bis 6
Migräne-Attacken auf eine Attacke alle zwei Monate zu reduzieren - ein
erheblicher Zugewinn an Lebensqualität. Und vor allem: Die
vorzügliche Verträglichkeit der Mittel machen es zum
„ Mittel der ersten Wahl bei kindlicher Migräne!“
Einen „Wermutstropfen" stellen allerdings die natürlicherweise in
der Pflanze vorkommenden Pyrrolizidinalkaloide (PA) dar. Sie sind nicht
akut giftig, entfalten jedoch bei längerer Anwendung chemischtoxische
Wirkungen, wobei eine Leberschädigung nicht ausgeschlossen werden kann.
Deshalb gilt in diesem Falle ausnahmsweise: Nebenwirkungsfrei sind die in den
Apotheken angebotenen Extrakte und Präparate: Bei diesen werden die PA im
Verlaufe der Herstellung entfernt. Auch die großen Konzerne setzen auf
„Natur", wenn sie sich davon gute Umsätze versprechen. Leider ist
die Pestwurz in dieser Hinsicht „unter die Räuber" gefallen.
Entsprechende Präparate stehen auch im Preis den chemischen Mitteln in
nichts nach (50 Kapseln, reicht nicht einmal für 10 Tage, kosten
ungefähr 18 €). Pro Monat kommen also leicht mehr als 50 €
zusammen - schmerzhaft für den, der die Kur aus der eigenen Tasche
bezahlen muss...
f5) Pfefferminze Klinische Studien haben
klar zeigen und belegen können: Pfefferminzöl lindert
Kopfschmerzen, und zwar sowohl im Hinblick auf Migräne wie auch die weit
verbreiteten Verspannungsschmerzen. Sehr effektiv ist Pfefferminzöl auch
bei Sportverletzungen, diabetischer Polyneuropathie u. ä. Auf welche Weise
wirkt ausgerechnet Pfefferminze bei Schmerzen? Die enthaltenen ätherischen
Öle regen die Kälterezeptoren in der Haut an. Der Kältereiz wird
durch spezielle kältesensitive Fasern weitergeleitet und führt
über einen „zentral inhibitorischen Effekt" zur Blockade bei der
Schmerzübermittlung. Hinzu kommen wahrscheinlich noch weitere, weitgehend
unerforschte „zentral-stimulierende Eigenschaften des
Pfefferminzöls" (Schilcher/Kammerer). Dies alles war für den
Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde"
(Universität Würzburg) Grund genug, die alte Heilpflanze gerade
besonders zu ehren: Als „Arzneipflanze des Jahres 2004". Praxis:
Bei Kopfschmerzen wird das ätherische Öl auf Stirn und Schläfe
aufgetragen (Vorsicht: nicht damit in die Augen kommen; bei Kindern eine
Anwendung im Bereich des Gesichtes grundsätzlich unterlassen!).
Bemerkenswerte Worte aus berufenem Munde: „Bereits 15 bis 30 Minuten
nach dem Auftragen auf Stirn- und Schläfenhaut konnte im Vergleich zum
Placebo eine signifikante Reduktion der Kopfschmerzintensität nachgewiesen
werden. Die äußerliche Therapie mit alkoholischer Lösung weist
im Vergleich zur Einnahme von Paracetamol oder
Acetylsalicylsäure keinen bedeutsamen Unterschied hinsichtlich der
Wirksamkeit auf. Pfefferminzöl stellt somit eine verträgliche und
kostengünstige Alternative zu anderen medikamentösen
Therapieverfahren dar und ist in seiner Wirksamkeit und Verträglichkeit
der Standardmedikation ebenbürtig." (Prof. Dr. Hartmut Göbel,
Schmerzklinik Kiel).
f6) Melisse: Bei den medizinischen Anwendungen
dominieren die ätherischen Öle und Tee-Zubereitungen. Man sollte sich
aber auch der frischen Pflanze erinnern und die Blätter im späten
Frühling und während der Sommermonate häufiger zu
Frischkostsalaten oder als Auflage für belegte Brote verwenden. Dieses
Mittel ist übrigens leicht selbst hergestellt. Man nimmt dazu eine
Handvoll Blätter (frisch, halbtrocken oder, wenn nicht anders
verfügbar, getrocknet), die Schale einer - unbehandelten - Zitrone
(Bio-Laden) sowie jeweils 10 Prisen Muskatnuss, Koriander, Gewürznelken
und Zimt. Diese Mischung wird in einen Liter Branntwein gegeben, verrührt
und eine Woche lang dunkel stehen gelassen. Dann gießt man das Ganze
durch einen Filter oder ein Sieb und bewahrt den hauseigenen
„Melissengeist" in einem luftdicht verschlossenen Glasgefäß
auf.
f7) Arnika: Sie zählt zu den echten Klassikern
unter den einheimischen Heilpflanzen. Genutzt werden Extrakte aus den
Blüten der Gebirgspflanze Arnika (Arnica montana). Diese
erweisen sich als hilfreich vor allem bei Schmerzen und entzündlichen
Prozessen des Bewegungsapparates. Insbesondere Sportler wissen entsprechende
Zubereitungen bei Prellungen, Verstauchungen, Quetschungen, Gelenkbeschwerden
unterschiedlichster Ursache zu schätzen, z. B. in Form von Salben oder
Umschlägen mit Arnika-Tinktur. (Anmerkung: Bei Arinika könnte
Allergien auftreten. Falls sich Hauptrötungen einstellen, sollte man von
Arnika auf ein anderes Naturheilmittel wechseln.)
f8) Koriander:
Die alte Gewürzpflanze Koriander (Coriandrum sativum)
stammt ursprünglich aus dem vorderen Orient und hat sich seit langem schon
im ganzen Mittelmeerraum und Südostasien verbreitet. Alle seine Teile
stehen im Ruf, intensiv und gezielt gegen Migräne-Kopfschmerzen zu wirken.
Dies ist auch dann der Fall, wenn eine Attacke bereits eingesetzt hat. Solchen
volksmedizinischen Hinweisen ist man in der Pharmakologie zwar bislang noch
nicht nachgegangen. Es spricht aber sicher für den Koriander, daß er
zu den regelmäßigen, ursprünglichen Zutaten im berühmten
„Melissenwasser" der Karmeliter gehörte. Ein Praxistip zum
Thema Koriander: Akute Hilfe bei Kopfschmerzattacken verspricht ein Tee aus 2
Teilen Salbei einem Teil Koriander und Pfeffer. In diesem Fall werden die
Zutaten (1 TL pro Tasse) nur grob im Mörser zerdrückt und dann in
erhitztes, nicht kochendes Wasser gegeben. 5 Minuten ziehen lassen, abseihen
und heiß oder kalt trinken. f9) Weihrauch: Therapeutisch verwendet wird
in diesem Fall das Gummiharz des indischen Weihrauch-Baumes
(Boswellia serrata). Auch jüngere experimentelle Studien lassen
vermuten, daß Boswellia „ein sehr interessantes modernes
Phytopharmakon werden kann" (Schilcher/Kammerer). Die
Phospholipase-A2-Aktivität wird gehemmt, wodurch sich weniger
entzündungsvermittelnde Prostaglandine und Leukotriene
bilden können. Problematisch bleibt der rechtliche Status von
Boswellia-Präparaten: In Deutschland sind sie nicht als
Arzneimittel zugelassen. In anderen Ländern schon. Bei Interesse forschen
wir nach.
Schlußbemerkungen – Naturheilmittel in der
Schußlinie der Politik und der Pharmaindustrie: Teufelskralle,
Mutterkraut oder Pestwurz demonstrieren, daß
tatsächlich gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist, wie es der
Volksmund lange schon wußte, die moderne Medizin aber über viele
Jahrzehnte hinweg nicht mehr wahrhaben wollte. Die Teufelskralle ist den
sonstigen vielverabreichten und nebenwirkungsreichen Mitteln in vielen
Anwendungsbereichen ebenbürtig - und deshalb auch überlegen, weil die
Einnahme nicht schädigt und sich überdies vorteilhaft auf
Lebertätigkeit und Entgiftung auswirkt. Trotzdem verharren entsprechende
Präparate insgesamt gesehen weiterhin in der Nische, nimmt man die
großen Umsatzträger unter den Rheumamitteln zum Maßstab. Ob
der Patient in den Genuß der inzwischen anerkannten ehemaligen
„Außenseiter" kommt, hing bislang sehr davon ab, wie
hartnäckig er darauf bestand, diese auch tatsächlich verordnet zu
bekommen. Inzwischen ist mit der neuerlichen Gesundheitsreform ein
Großteil der verschreibungspflichtigen Arzneien sogar ganz aus der
Erstattungsfähigkeit herausgenommen worden. Hier zeigen sich die
Beharrungskräfte der „alten Medizin" und ihrer streng gehüteten
Besitzstände (Marktanteile) und Pfründe. Die wissenschaftliche
Anerkennung der besonderen entzündungshemmenden und schmerzlindernden
Eigenschaften der Teufelskralle (oder ähnliche Belege für die Wirkung
von Pestwurz- und Mutterkraut-Extrakten bei Migräne) ist also nur ein
Etappensieg auf dem langen Weg zur Rehabilitation der Naturheilkunde, aber
immerhin die Voraussetzungfür einen vielleicht irgendwann in näherer
Zukunft anstehenden Durchbruch. Und nun vergessen Sie Aspirin,
Ibuprofen, Rofecoxib und Diclofenac. |