Kräuter und Kopfschmerzen


Gesundheitsschäden durch Anwendung pharmazeutischer Medikamente, obwohl es nebenwirkungsfreie Naturheilverfahren und Naturheilmittel gibt.

Erneute Warnung vor Ibuprofen, Rofecoxib uund Diclofenac! Amerikaner stellen erhöhte Krebsgefahr fest.
Briten stellen erhöhte Gefahr eines Herzinfarkts fest: Krebs: Am 1. Juni 2005 hatte das "Journal of the National Cancer Institute" (JNCI) einen Artikel auf Grundlage einer Studie veröffentlicht, der eine Verbindung zwischen der Einnahme von Ibuprofen und Brustkrebserkrankungen zieht. Für die Studie wurde die Einnahme von Schmerzmitteln wie Ibuprofen und Aspirin bei 114.460 Frauen im Alter zwischen 22 und 85 Jahre über mehrere Jahre beobachtet. In diesem Zeitraum erkrankten 2.391 der Frauen an Brustkrebs. Bei Frauen, die über mindestens 5 Jahre täglich Ibuprofen eingenommen hatten, lag der Studie zufolge das Risiko einer Brustkrebserkrankung um 51 Prozent höher als bei Frauen, die das Medikament nur gelegentlich oder gar nicht einnahmen. Bei nicht-lokalisierten Tumoren erhöhte sich das Risiko sogar um 91 Prozent.


Herzinfarkt: Das "British Medical Journal" berichtete über die Ergebnisse einer britischen Studie. Demnach erhöhen mehrere nichtopioide Analgetika, darunter wiederum Ibuprofen, die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt deutlich. Grundlage waren 9.218 Patienten im Alter zwischen 25 und 100 Jahren, bei denen ein erster Herzinfarkt festgestellt worden war. Eine Kontrollgruppe von 86.349 Personen wurde diesen gegenübergestellt. Bei Patienten, die in den drei Monaten vor ihrem Herzinfarkt Rofecoxib eingenommen hatten, war die Wahrscheinlichkeit für einen Infarkt 32 Prozent größer als bei Personen ohne die Einnahme dieses Medikaments. Bei Einnahme von Diclofenac stieg diese Wahrscheinlichkeit sogar um 55 Prozent und auch Ibuprofen führte zu einer Erhöhung der Wahrscheinlichkeit um 24 Prozent. PHI hatte schon im Jahr 2002 vor längeren regelmäßigen Einnahme der Schmerzmitteln Ibuprofen und Aspirin gewarnt.

Auch mit nebenwirkungsfreien Mitteln lassen sich Schmerzen bekämpfern:
a) Homöopathische Antischmerzmittel,
b) Akupunktur,
c) Elektropunktur ,
d) Selbsthypnose
e) Magnetarmbänder und
f) Kräuter aus der Natur oder dem eigenen Anbau sind natürliche Anti-schmerzmittel.
Es kann zwar sein, daß eine Wirkung erst nach 2-3 Wochen eintritt. Alle 6 vorgenannten Mittel oder Verfahren zur Schmerzbekämpfung sind absolut nebenwirkungsfrei. Auf die Positionen e und f wollen wir in dieser PHI-Ausgabe näher eingehen. e)

Kräuter aus der Natur oder dem eigenen Anbau sind natürliche Anti-Schmerzmittel. z.B. bei Kopfschmerzen und Migräne:
12 % der Bevölkerung werden immer wieder von Migräne-Attacken heimgesucht - ein Millionenheer. Noch zahlreicher sind jene Geplagten, die an „banalen" Spannungskopfschmerzen leiden: 29 Millionen Bundesbürgern brummt an mindestens 34 Tagen im Jahr (insgesamt also länger als einen Monat) der Kopf. Manche Forscher meinen, es ließen sich mehr als 100 verschiedene Arten von Kopfschmerzen diagnostizieren. Andere, und davon gibt es immer mehr, sind davon überzeugt, daß sich die meisten dieser vielfältigen Erscheinungsformen auf zwei Grundübel zurückführen lassen, nämlich die eigentliche, starke Migräne, die zu mehr als zwei Dritteln Frauen betrifft, sowie zum anderen auf „schwächere Varianten der Migräne". Bei beiden schmerzlichen Ereignissen handelt es sich um Fehlsteuerungen der Gehirndurchblutung, über die Freisetzung von bestimmten Prostaglandinen, eine vermehrte Ausschüttung von Lymphozyten und Polypeptid-Neurotransmittern (Botenstoffen des Nervensystems), wird dabei eine „sterile neurogene Entzündung" aufrechterhalten (Prof. Werner Grossmonn).
Es handelt sich also immer um „Gefäßkopfschmerzen" - und gerade dieser Typ ist durch Ernährungsmaßnahmen und mittels spezieller Inhaltsstoffe in arzneilich genutzten Pflanzen relativ gut zu beeinflussen.
Ähnliches gilt für einen weiteren, am Krankheitsgeschehen beteiligten Faktor:
die beim hektischen Menschen unserer Tage meist verspannte Muskulatur.
Nichts vermag diese besser zu lockern als bestimmte Pflanzeninhaltsstoffe, wie sie sich z. B. in ätherischen Ölen von Melisse und anderen aromatischen Kräutern finden. Nervöse, Streß bedingte Muskelkontraktionen sollen immerhin für den größeren Teil aller Kopfschmerzen („Spannungstyp") verantwortlich sein.
Momentan verstärken sich überdies die Hinweise darauf, daß (versteckte) Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten fast schon regelmäßig hinter den schmerzhaften Prozessen stecken. In diesem Fall mißdeutet das Immunsystem bestimmte Lebensmittel-Substanzen als potentiell gefährliche Fremdstoffe (Antigene) und reagiert darauf u. a. mit Gefäßveränderungen, die dann über eine Reizung der empfindlichen Gehirnhäute zu den unangenehmen bis unerträglichen Schmerzempfindungen führen.
Auch in diesem Fall stehen wieder körperliche Regulationen im Mittelpunkt, denen man bisher zu wenig Interesse entgegenbrachte: die unerhört wichtigen und komplexen Prostaglandine. Damit bestätigt sich, was vor allem Forscher in den USA schon seit langem vermuten, so etwa wenn z. B. Dr. James Breneman, Vorsitzender des „Komitees für Nahrungsmittelallergie" am American College of Allergy äußert: „
Ich bin davon überzeugt, daß bei drei Vierteln aller Fälle von Migräne ein Zusammenhang mit der Ernährung besteht". In allen diesen Fällen kommt es, da sind sich die Experten ausnahmsweise einmal einig, ganz entscheidend auf die Prophylaxe an. Man kann dem Auftreten von Anfällen wirkungsvoll vorbeugen. Ist das Unglück erst einmal da, fällt es schwer, dem Übel ohne große Risiken abzuhelfen.
Und diese Risiken sind beträchtlich: „85 % der Schmerzmittel, die in der Bundesrepublik zur Selbstmedikation gekauft werden, werden gegen Kopfschmerzen eingenommen", und deshalb ist die „Suche nach weiteren Therapiemöglichkeiten für diese Alltagsleiden dringend notwendig" (Prof. Dr. Hartmut Göbel). Solche Alternativen und hoffnungsvoll stimmende Perspektiven gibt es, und eröffnet werden sie dem Patienten durch Vermittlung der modernen Pflanzenheilkunde. Bei Medizinhistorikern gilt Aspirin als berühmtestes aller großen modernen Medikamente schlechthin - Vorbild dafür war jedoch, wie wir sehen werden, ein Stoff, wie er in vielen Pflanzen vorkommt. Die wirksamsten Schmerzmittel überhaupt, die Opioide (Morphin, Codein u. a.) werden immer noch teilweise aus Schlafmohn hergestellt, wenn auch längst eine vollsynthetische Produktion möglich und an der Tagesordnung ist. Gerade bei der Behandlung von chronischen und akuten Schmerzleiden lieferten bestimmte vorzüglich wirksame Pflanzeninhaltsstoffe der modernen Pharmakologie eine Art Blaupause für die teuren - weil patentierbaren - angeblichen „Neuschöpfungen" aus dem Labor. Es ist deshalb schwer nachvollziehbar, wenn man in Medizinerkreisen den „sanften Heilweisen" aus der Volksmedizin so wenig Beachtung schenkt und Anerkennung zollt.


f1) Mutterkraut - Allzweckwaffe der Heiligen Hildegard:
Das Kraut hat viele Namen und möglicherweise ebenso zahlreiche Wirkungen. Botanisch nennt man es einmal Tanacetum parthenium, dann aber auch Chrysanthemum parthenium oder Anthemis colala. Auch was volkstümliche Bezeichnungen angeht, schießen diese ins Kraut („Bertram", Falsche Kamille, Mutterkraut u. a.). Bleiben wir am besten beim Mutterkraut, weil es in den allmählich häufigeren pharmakologischen Untersuchungen so bezeichnet wird. Verwendet werden sowohl die Blüten wie die Blätter und das ganze Kraut. Sie verbreiten einen aromatisch-intensiven, nicht unbedingt gleicheinnehmenden Geruch, für den ein komplexer Mix aus zahlreichen ätherischen Ölen (0,75 % Anteil im Kraut) verantwortlich zeichnet. Die Pflanze gehört zu den ganz alten Kräutern der Volksmedizin - und hat möglicherweise eine große Zukunft in der Migränetherapie vor sich. Gerade eben hat nämlich eine Studie aus Großbritannien belegen können, daß die Einnahme von Mutterkraut-Extrakten die Zahl der Migräne-Attacken bei fast drei Vierteln der behandelten Patienten deutlich verringert -eine bemerkenswerte Erfolgsrate. Und das Ganze läßt sich auch deshalb nicht einfach vom Tisch wischen, weil die Untersuchung im Hinblick auf die Versuchsanordnung höchsten Anforderungen entsprach (randomisierte Doppelblindstudie mit 270 Migränepatienten im Vergleich mit einer Placebo-Kontrollgruppe). Auch die üblichen Begleitsymptome des „Gewitters im Kopf" - wie etwa Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen, Schwindelanfälle u. ä. - fielen deutlich milder aus. In punkto Mutterkraut zeichnet sich also eine ähnliche Entwicklung ab wie in der neuerdings wieder beliebten „Klostermedizin": die „rationale", also pharmakologisch gut begründete Phytotherapie und altes Erfahrungswissen finden allmählich einträchtig zusammen. Denn auf der britischen Insel galt „Feverfew" (so der dort gebräuchliche Name für Mutterkraut) schon lange als natürliche Kopfschmerzbremse. Viele Engländer zogen es auf der Fensterbank und legten sich frische Blätter aufs Sandwich, weil sie der Überzeugung waren, damit Migräneattacken abzuwenden. In der Medizin gibt es auch bereits Erklärungsmodelle, warum sich das Kraut als so unerhört wirksam erweist (möglicherweise durch eine „Hemmung der Serotoninfreisetzung, Prostaglandinsynthese und Histaminfreisetzung", wie es die „Zeitschrift für Phytotherapie" zusammenfaßte).

f2)Die Teufelskralle:
Genau 50 Jahre ist es nun her, dass die Teufelskralle als Mittel der Volksmedizin durch Prof. O. H. Volk in Deutschland eingeführt wurde. Fünf Jahre später konnte Prof. Bernhard Zorn, Universität Jena, nachweisen, dass die rätselhafte „Kralle" tatsächlich „den Schmerz packt“, wie später gerne formuliert wurde. Die Teufelskralle stellt inzwischen, belegt durch Dutzende von zuverlässigen Studien, auf einem heiklen medizinischen Feld (Arthritis, Arthrose, Rückenbeschwerden) eine verträgliche, nebenwirkungsfreie Alternative zu riskanten chemotherapeutischen Mitteln dar. f3) Weidenrinde: Sie galt schon seit Urzeiten als wirksames Schmerzmittel - und dies kam nicht von ungefähr. Die Rinde des geschmeidigen Gewächses (Salix alba) - als Rohmaterial für Körbe und Behältnisse aller Art früher hoch im Kurs - weist nämlich bis zu 11 % (!) Salicylsäure-Bestandteile auf, dem „phyto-therapeutischen Vorläufer" des Aspirins. Außerdem werden diese Stoffe im Körper gut resorbiert, nämlich zu 80 %, und in der Leber dann leicht zur entzündungswidrigen und schmerzdämpfenden Salicylsäure metabolisiert. Diese Verbindung ist es schließlich, die geradezu verblüffend gezielt auf Schmerzprozesse (Rheuma, Migräne u. ä.) einwirkt, indem sie die Bildung bestimmter entzündungsvermittelnder Prostaglandine bremst. Das berühmteste aller Schmerzmittel ist also ganz einfach ein Bestandteil der Natur. Praxistipp: Für einen Tee nimmt man 2 Teelöffel geschnittene und getrocknete Rinde pro Tasse, gibt sie in kaltes Wasser und erhitzt das Ganze. Maximal 5 Tassen pro Tag trinken.

f4) Pestwurz - Migräneheilung inbegriffen:
Inzwischen wird darüber gar nicht mehr gestritten: Die Wirksamkeit der Inhaltsstoffe der Pestwurz (Petasites hybridus; früher: offcinolis) bei Migräne. Besonders eindrucksvoll gelang der Nachweis vor wenigen Jahren in einer placebokontrollierten Studie am „Städtischen Krankenhaus München-Harlaching". Ergebnis: Bei jenen Patienten, die den Extrakt einnahmen, verringerte sich die Anfallshäufigkeit um die Hälfte. Ein erheblicher Teil (25 von 33 Probanden) zeigte eine deutliche Linderung. Die Gruppe mit dem wirkstofffreien Scheinmedikament (Placebo) schnitt dagegen deutlich schlechter ab. Bemerkenswert war vor allem: „Einige Patienten hatten selbst eineinhalb Jahre nach der Behandlung keine ernsten Migräne-Attacken mehr. Das man mit Pestwurz der Migräne so gut vorbeugen kann, ist neu" - so der Leiter der Studie, Prof. Werner Grossmann. Verwendet wird hier die Wurzel (Rhizom) der Pflanze. Wie und warum die Inhaltsstoffe des Extrakts wirken, darüber gibt es auch schon Erklärungsmodelle. Maßgeblich sind in diesem Fall vor allem krampflösende Einflüsse auf die Blutgefäße im Bereich des Halses und Kopfes, u. a. auf der Grundlage einer Hemmung der Leukotriensynthese: Die bisherigen Studien zur Effektivität der Pestwurz zeigten ganz klar, daß die Heilpflanze eine gleichwertige und nebenwirkungsfreie Alternative zu herkömmlichen Migränemitteln darstellt, was die Verhinderung von Anfällen angeht. Die Pharmakologen kommen zum Schluß: „Damit ist Pestwurz-Extrakt gleich wirksam wie viele chemische Präparate; aber besser verträglich" („
Zeitschrift für Phytotherapie"). Neuerliche Bestätigung: Die hohen Erwartungen an die Pestwurz erhielten gerade eben durch eine neue Studie des renommierten Migränespezialisten Prof. Gäbel mit 202 Patienten neue Nahrung: „Bei über zwei Dritteln der Patienten, die vorher zwei bis sechs Attacken im Monat hatten, reduzierten sich die Anfälle im Mittel um 58 %". Nicht selten vermag man durch kontinuierliche Einnahme der Extrakte die Häufigkeit von 4 bis 6 Migräne-Attacken auf eine Attacke alle zwei Monate zu reduzieren - ein erheblicher Zugewinn an Lebensqualität. Und vor allem: Die vorzügliche Verträglichkeit der Mittel machen es zum „
Mittel der ersten Wahl bei kindlicher Migräne!“ Einen „Wermutstropfen" stellen allerdings die natürlicherweise in der Pflanze vorkommenden Pyrrolizidinalkaloide (PA) dar. Sie sind nicht akut giftig, entfalten jedoch bei längerer Anwendung chemischtoxische Wirkungen, wobei eine Leberschädigung nicht ausgeschlossen werden kann. Deshalb gilt in diesem Falle ausnahmsweise: Nebenwirkungsfrei sind die in den Apotheken angebotenen Extrakte und Präparate: Bei diesen werden die PA im Verlaufe der Herstellung entfernt. Auch die großen Konzerne setzen auf „Natur", wenn sie sich davon gute Umsätze versprechen. Leider ist die Pestwurz in dieser Hinsicht „unter die Räuber" gefallen. Entsprechende Präparate stehen auch im Preis den chemischen Mitteln in nichts nach (50 Kapseln, reicht nicht einmal für 10 Tage, kosten ungefähr 18 €). Pro Monat kommen also leicht mehr als 50 € zusammen - schmerzhaft für den, der die Kur aus der eigenen Tasche bezahlen muss...

f5) Pfefferminze
Klinische Studien haben klar zeigen und belegen können: Pfefferminzöl lindert Kopfschmerzen, und zwar sowohl im Hinblick auf Migräne wie auch die weit verbreiteten Verspannungsschmerzen. Sehr effektiv ist Pfefferminzöl auch bei Sportverletzungen, diabetischer Polyneuropathie u. ä. Auf welche Weise wirkt ausgerechnet Pfefferminze bei Schmerzen? Die enthaltenen ätherischen Öle regen die Kälterezeptoren in der Haut an. Der Kältereiz wird durch spezielle kältesensitive Fasern weitergeleitet und führt über einen „zentral inhibitorischen Effekt" zur Blockade bei der Schmerzübermittlung. Hinzu kommen wahrscheinlich noch weitere, weitgehend unerforschte „zentral-stimulierende Eigenschaften des Pfefferminzöls" (Schilcher/Kammerer). Dies alles war für den Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde" (Universität Würzburg) Grund genug, die alte Heilpflanze gerade besonders zu ehren: Als „Arzneipflanze des Jahres 2004". Praxis: Bei Kopfschmerzen wird das ätherische Öl auf Stirn und Schläfe aufgetragen (Vorsicht: nicht damit in die Augen kommen; bei Kindern eine Anwendung im Bereich des Gesichtes grundsätzlich unterlassen!). Bemerkenswerte Worte aus berufenem Munde: „Bereits 15 bis 30 Minuten nach dem Auftragen auf Stirn- und Schläfenhaut konnte im Vergleich zum Placebo eine signifikante Reduktion der Kopfschmerzintensität nachgewiesen werden. Die äußerliche Therapie mit alkoholischer Lösung weist im Vergleich zur Einnahme von Paracetamol oder Acetylsalicylsäure keinen bedeutsamen Unterschied hinsichtlich der Wirksamkeit auf. Pfefferminzöl stellt somit eine verträgliche und kostengünstige Alternative zu anderen medikamentösen Therapieverfahren dar und ist in seiner Wirksamkeit und Verträglichkeit der Standardmedikation ebenbürtig." (Prof. Dr. Hartmut Göbel, Schmerzklinik Kiel).



f6) Melisse:
Bei den medizinischen Anwendungen dominieren die ätherischen Öle und Tee-Zubereitungen. Man sollte sich aber auch der frischen Pflanze erinnern und die Blätter im späten Frühling und während der Sommermonate häufiger zu Frischkostsalaten oder als Auflage für belegte Brote verwenden. Dieses Mittel ist übrigens leicht selbst hergestellt. Man nimmt dazu eine Handvoll Blätter (frisch, halbtrocken oder, wenn nicht anders verfügbar, getrocknet), die Schale einer - unbehandelten - Zitrone (Bio-Laden) sowie jeweils 10 Prisen Muskatnuss, Koriander, Gewürznelken und Zimt. Diese Mischung wird in einen Liter Branntwein gegeben, verrührt und eine Woche lang dunkel stehen gelassen. Dann gießt man das Ganze durch einen Filter oder ein Sieb und bewahrt den hauseigenen „Melissengeist" in einem luftdicht verschlossenen Glasgefäß auf.

f7) Arnika
:
Sie zählt zu den echten Klassikern unter den einheimischen Heilpflanzen. Genutzt werden Extrakte aus den Blüten der Gebirgspflanze Arnika (Arnica montana). Diese erweisen sich als hilfreich vor allem bei Schmerzen und entzündlichen Prozessen des Bewegungsapparates. Insbesondere Sportler wissen entsprechende Zubereitungen bei Prellungen, Verstauchungen, Quetschungen, Gelenkbeschwerden unterschiedlichster Ursache zu schätzen, z. B. in Form von Salben oder Umschlägen mit Arnika-Tinktur. (Anmerkung: Bei Arinika könnte Allergien auftreten. Falls sich Hauptrötungen einstellen, sollte man von Arnika auf ein anderes Naturheilmittel wechseln.)

f8) Koriander:
Die alte Gewürzpflanze Koriander (Coriandrum sativum) stammt ursprünglich aus dem vorderen Orient und hat sich seit langem schon im ganzen Mittelmeerraum und Südostasien verbreitet. Alle seine Teile stehen im Ruf, intensiv und gezielt gegen Migräne-Kopfschmerzen zu wirken. Dies ist auch dann der Fall, wenn eine Attacke bereits eingesetzt hat. Solchen volksmedizinischen Hinweisen ist man in der Pharmakologie zwar bislang noch nicht nachgegangen. Es spricht aber sicher für den Koriander, daß er zu den regelmäßigen, ursprünglichen Zutaten im berühmten „Melissenwasser" der Karmeliter gehörte. Ein Praxistip zum Thema Koriander: Akute Hilfe bei Kopfschmerzattacken verspricht ein Tee aus 2 Teilen Salbei einem Teil Koriander und Pfeffer. In diesem Fall werden die Zutaten (1 TL pro Tasse) nur grob im Mörser zerdrückt und dann in erhitztes, nicht kochendes Wasser gegeben. 5 Minuten ziehen lassen, abseihen und heiß oder kalt trinken. f9) Weihrauch: Therapeutisch verwendet wird in diesem Fall das Gummiharz des indischen Weihrauch-Baumes (Boswellia serrata). Auch jüngere experimentelle Studien lassen vermuten, daß Boswellia „ein sehr interessantes modernes Phytopharmakon werden kann" (Schilcher/Kammerer). Die Phospholipase-A2-Aktivität wird gehemmt, wodurch sich weniger entzündungsvermittelnde Prostaglandine und Leukotriene bilden können. Problematisch bleibt der rechtliche Status von Boswellia-Präparaten: In Deutschland sind sie nicht als Arzneimittel zugelassen. In anderen Ländern schon. Bei Interesse forschen wir nach.

Schlußbemerkungen – Naturheilmittel in der Schußlinie der Politik und der Pharmaindustrie: Teufelskralle, Mutterkraut oder Pestwurz demonstrieren, daß tatsächlich gegen jede Krankheit ein Kraut gewachsen ist, wie es der Volksmund lange schon wußte, die moderne Medizin aber über viele Jahrzehnte hinweg nicht mehr wahrhaben wollte. Die Teufelskralle ist den sonstigen vielverabreichten und nebenwirkungsreichen Mitteln in vielen Anwendungsbereichen ebenbürtig - und deshalb auch überlegen, weil die Einnahme nicht schädigt und sich überdies vorteilhaft auf Lebertätigkeit und Entgiftung auswirkt. Trotzdem verharren entsprechende Präparate insgesamt gesehen weiterhin in der Nische, nimmt man die großen Umsatzträger unter den Rheumamitteln zum Maßstab. Ob der Patient in den Genuß der inzwischen anerkannten ehemaligen „Außenseiter" kommt, hing bislang sehr davon ab, wie hartnäckig er darauf bestand, diese auch tatsächlich verordnet zu bekommen. Inzwischen ist mit der neuerlichen Gesundheitsreform ein Großteil der verschreibungspflichtigen Arzneien sogar ganz aus der Erstattungsfähigkeit herausgenommen worden. Hier zeigen sich die Beharrungskräfte der „alten Medizin" und ihrer streng gehüteten Besitzstände (Marktanteile) und Pfründe. Die wissenschaftliche Anerkennung der besonderen entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften der Teufelskralle (oder ähnliche Belege für die Wirkung von Pestwurz- und Mutterkraut-Extrakten bei Migräne) ist also nur ein Etappensieg auf dem langen Weg zur Rehabilitation der Naturheilkunde, aber immerhin die Voraussetzungfür einen vielleicht irgendwann in näherer Zukunft anstehenden Durchbruch. Und nun vergessen Sie Aspirin, Ibuprofen, Rofecoxib und Diclofenac.



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